Ratgeber · Produktion

Content Day: Was an einem Drehtag wirklich entsteht

Ein Anbieter verspricht 100 Assets an einem Tag, ein anderer nennt 10 bis 30. Beide meinen dasselbe Format. Der Unterschied steckt nicht in der Kamera, sondern in der Zählweise.

Kurz beantwortet

Was ist ein Content Day?

Ein Content Day ist ein einzelner Drehtag im Betrieb, aus dem mehrere fertige Videos entstehen. Üblich sind sechs bis acht Stunden vor Ort, davor ein bis zwei Wochen Planung und danach ein Schnittdurchlauf. Das Ziel ist ein Vorrat an Material statt einer einzelnen Produktion.

Wie viele Videos entstehen an einem Content Day?

Realistisch sind 10 bis 30 fertige Assets, so nennt es die Marktübersicht von chaerry.com für 2026. Höhere Zahlen wie 100 Assets kommen zustande, wenn Standbilder und Zuschnitte desselben Clips in mehrere Seitenverhältnisse mitgezählt werden. Fragen Sie deshalb immer nach, was als Asset zählt.

Was kostet ein Content Day?

Der Marktpreis liegt 2026 zwischen 2.500 und 5.000 Euro, wenn Produktion und Schnitt enthalten sind. Je nach Zählweise ergibt das etwa 85 bis 500 Euro pro fertigem Asset. Entscheidend ist weniger der Preis pro Stück als der Anteil, den Sie am Ende wirklich veröffentlichen.

Was ist bei einem Content Day am wichtigsten?

Die Vorbereitung und der Ton. Ohne Themenliste und Drehplan entsteht Material, aber kein fertiges Video. Und eine Aufnahme, bei der man den Sprecher in einer lauten Halle schlecht versteht, ist unbrauchbar, auch wenn das Bild gut aussieht.

Warum dasselbe Wort drei verschiedene Dinge meint

Wer den Begriff googelt, landet auf Seiten, die sich in einem Punkt einig sind und in allen anderen nicht. Einig sind sie sich darin, dass an einem Tag gedreht wird. Uneinig darin, was dabei herauskommt. Die Agentur paco.media bewirbt ihren Content Day mit "Ein Tag. 100 Assets für Social Media & Co." Die Marktübersicht von chaerry.com nennt für 2026 eine Spanne von 2.500 bis 5.000 Euro und dabei 10 bis 30 fertige Assets.

Zwischen 10 und 100 liegt der Faktor zehn. Das ist keine Frage der Sorgfalt, sondern eine Frage der Definition. Ein Asset kann ein fertig geschnittenes, untertiteltes Video sein. Es kann aber auch ein Standbild aus dem laufenden Material sein, ein Zuschnitt desselben Clips in drei Seitenverhältnissen oder ein Ausschnitt von acht Sekunden aus einem längeren Take.

Rechnen Sie es einmal durch. Ein Drehtag hat, realistisch gerechnet, sechs bis acht Stunden vor Ort. Davon geht Zeit ab für Aufbau, Umbau zwischen den Motiven, Wartezeiten, wenn jemand gerade nicht kann, und die Pausen, die Menschen brauchen, die nicht gewohnt sind, vor einer Kamera zu stehen. Bleiben vielleicht vier Stunden echte Drehzeit. 100 fertige Videos daraus wären eines alle zweieinhalb Minuten, durchgehend, ohne einen einzigen zweiten Versuch.

Das geht, wenn man Standbilder mitzählt und jeden Clip dreimal zuschneidet. Es geht nicht, wenn man von hundert eigenständigen Videos ausgeht. Die Zahl ist damit nicht gelogen, sie beantwortet nur eine andere Frage als die, die der Kunde stellt.

Was an einem Drehtag tatsächlich passiert

Der Ablauf ist bei den meisten Anbietern ähnlich, und er beginnt nicht am Drehtag. Nach der Darstellung von chaerry.com liegt die Planung ein bis zwei Wochen vorher: Themenliste, Konzepte für die Einstiege, Auswahl der Personen, ein Drehplan mit festen Zeitfenstern. Dann folgt der Drehtag mit sechs bis acht Stunden im Betrieb, kompaktes Team, mehrere Setups, die Mitarbeitenden jeweils 30 bis 60 Minuten eingebunden. In der Woche danach wird geschnitten, betitelt und in Formatvarianten exportiert.

Der interessante Teil ist der erste. Ein Drehtag ohne Vorbereitung liefert Material, aber keine Videos. Der Unterschied zeigt sich erst Wochen später, wenn jemand aus zwei Stunden Rohmaterial etwas bauen soll, das eine Aussage hat. Wer am Drehtag anfängt zu überlegen, worum es geht, hat den teuersten Teil des Tages schon verbraucht.

Der zweite unterschätzte Teil ist der Zeitplan für die Menschen. Ein Meister, der zwischen zwei Terminen zehn Minuten Zeit hat, liefert keine brauchbaren Aufnahmen. Nicht weil er es nicht kann, sondern weil die ersten Minuten vor einer Kamera immer die schlechtesten sind. Die 30 bis 60 Minuten pro Person, die in der Ablaufbeschreibung stehen, sind kein großzügiger Puffer, sondern das Minimum, unter dem es unnatürlich wird.

Der Punkt, an dem die meisten Drehtage kippen

Es ist nicht das Licht und es ist nicht die Kamera. Es ist der Ton.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen einem Video, das man zu Ende sieht, und einem, das nach fünf Sekunden weggewischt wird. In einer Werkhalle steht Maschinenlärm im Hintergrund, auf einer Baustelle weht Wind ins Mikrofon, in einem Büro hallt es von den kahlen Wänden. Ein Bild mit mittelmäßigem Licht ist immer noch ansehbar. Eine Aufnahme, bei der man den Sprecher schlecht versteht, ist unbrauchbar, und zwar unabhängig davon, wie gut sie aussieht.

Das ist unsere Erfahrung aus Drehtagen in Betrieben, keine Studienaussage. Aber sie hat eine praktische Konsequenz für die Auswahl: Fragen Sie einen Anbieter, wie er in einer lauten Halle Ton aufnimmt. Wer daraufhin von Ansteckmikrofonen, Angel und einem separaten Recorder spricht, hat schon in solchen Räumen gedreht. Wer sagt, die Kamera nehme den Ton mit auf, hat es nicht.

Was Sie vorher klären sollten

Was zählt als fertiges Video? Lassen Sie sich die Zahl aufschlüsseln. Sind Zuschnitte in andere Seitenverhältnisse eigene Assets? Zählen Standbilder mit? Ein Anbieter, der 30 Assets zusagt und damit 10 Videos in drei Formaten meint, hat nichts Falsches gesagt, aber Sie haben etwas anderes verstanden.

Wem gehört das Rohmaterial? Die fertigen Videos bekommen Sie in jedem Fall. Ob Sie auch an das ungeschnittene Material kommen, steht in keinem Angebot automatisch drin. Wichtig wird das, wenn Sie später etwas anderes daraus bauen wollen oder der Anbieter wechselt.

Wie lange dauert die Lieferung? Der Schnitt-Batch in der Woche nach dem Dreh ist eine Angabe, keine Zusage. Fragen Sie nach einem Datum.

Was passiert, wenn etwas nicht funktioniert? Nicht jeder Take sitzt. Ob Nachdrehs möglich sind und was sie kosten, gehört vor den Drehtag geklärt, nicht danach.

Wer schreibt die Untertitel? Der überwiegende Teil der Social-Media-Videos wird ohne Ton angesehen. Untertitel sind damit kein Zusatz, sondern Teil des fertigen Videos. Wenn sie nicht im Angebot stehen, machen Sie sie später selbst.

Welche Formate an einem Tag realistisch zusammenkommen

Hilfreicher als eine Gesamtzahl ist die Frage, welche Sorten von Videos an einem Drehtag entstehen können, weil sie sich im Aufwand stark unterscheiden.

Kurze Erklärstücke sind die ergiebigsten. Jemand zeigt oder erklärt eine Sache, die er ohnehin jeden Tag macht. Ein Setup, wenig Umbau, und weil die Person weiß, wovon sie spricht, sitzt es meist im zweiten oder dritten Anlauf. Aus einem solchen Setup kommen an einem Vormittag mehrere Stücke.

Aufnahmen bei der Arbeit brauchen keine Sprache und keinen Mut vor der Kamera. Sie sind der Grund, warum ein Drehtag im Betrieb funktioniert und ein Studiotermin nicht: Maschinen, Handgriffe, Material, Werkstatt. Solches Material lässt sich später unter fast jede Aussage legen und altert langsam.

Statements von Mitarbeitenden sind der aufwendigste Teil und der wertvollste. Aufwendig, weil die meisten Menschen Zeit brauchen, bis sie normal sprechen. Wertvoll, weil genau diese Aufnahmen den Unterschied zwischen einer Firma und einer Broschüre ausmachen.

Der Chef vor der Kamera ist ein Sonderfall. Er ist schnell verfügbar und meist redegewandt, aber sein Auftritt trägt nicht dieselbe Glaubwürdigkeit wie die eines Mitarbeiters, der über seine Arbeit spricht. Wer nur den Chef filmt, hat am Ende acht Videos mit demselben Gesicht.

Aus dieser Mischung ergibt sich die realistische Zahl fast von selbst. Drei bis vier Setups an einem Tag, aus jedem zwei bis vier verwendbare Stücke, macht acht bis fünfzehn eigenständige Videos. Alles darüber entsteht durch Zuschnitte, nicht durch neue Inhalte.

Wann sich ein Content Day nicht lohnt

Es gibt drei Fälle, in denen die Rechnung nicht aufgeht, und keiner davon hat mit dem Preis zu tun.

Der erste: Es gibt niemanden, der die Videos danach veröffentlicht. Ein Vorrat von zwanzig Clips ist wertlos, wenn im Betrieb niemand die Aufgabe hat, sie zu posten. Das klingt banal, ist aber der häufigste Grund, warum Material ungenutzt liegen bleibt. Klären Sie vor dem Drehtag, wer die Videos ausspielt, nicht danach.

Der zweite: Der Betrieb steht kurz vor einer sichtbaren Veränderung. Ein Umzug, ein neuer Firmenname, eine neue Halle, ein Relaunch der Website. Material, das die alte Umgebung zeigt, ist in dem Moment veraltet, in dem der Umzug stattfindet. Dann lieber warten.

Der dritte: Es gibt noch keine Antwort auf die Frage, was das Unternehmen eigentlich sagen will. Ein Drehtag beantwortet diese Frage nicht, er setzt sie voraus. Wer ohne Antwort dreht, bekommt handwerklich saubere Videos ohne Aussage, und das ist teurer als gar keine.

Was das kostet, fair gerechnet

Die genannten 2.500 bis 5.000 Euro für einen Content Day sind ein realistischer Marktpreis, wenn Produktion und Schnitt enthalten sind. Bei 10 bis 30 Assets landet man je nach Zählweise zwischen etwa 85 und 500 Euro pro Stück.

Ein Vergleich mit unserem eigenen Modell wäre unfair, wenn man nur die Zahlen nebeneinanderstellt, deshalb der Rahmen dazu: Ein Content Day ist eine einmalige Produktion. Danach ist der Vorrat irgendwann aufgebraucht und es beginnt von vorn, mit einer neuen Planung und einem neuen Angebot. Ein laufendes Modell rechnet anders, weil sich Vorbereitung, eingespielte Abläufe und Kenntnis des Betriebs über mehrere Drehtage verteilen. Beides kann sinnvoll sein. Wer einmal im Jahr etwas braucht, fährt mit einem einzelnen Drehtag besser. Wer dauerhaft sichtbar sein will, zahlt bei jeder Einzelbuchung die Anlaufkosten neu.

Entscheidend ist am Ende nicht der Preis pro Asset, sondern wie viel davon Sie tatsächlich veröffentlichen. Dreißig Videos, die auf einer Festplatte liegen, sind teurer als acht, die laufen.

Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos pro Monat: kurze Formate für Social Media, längere für die Website, Clips, die in Angeboten und Kundengesprächen funktionieren. Schnitt, Untertitel und alle Formatvarianten sind dabei.

499 Euro pro Monat. Keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.

Unverbindlich kennenlernen →

Quellen: chaerry.com, "Kosten Contentproduktion Social Media 2026: Tagessätze, Pakete, Spar-Tipps" (abgerufen 2026); paco.media, "CONTENT DAY: Ein Tag. 100 Assets für Social Media & Co." (abgerufen 2026); eigene Erfahrungswerte aus Drehtagen in Produktions- und Handwerksbetrieben, als solche im Text gekennzeichnet.