Ratgeber · Oktober 2026 · Lesezeit 10 Minuten
Auf einer Hilfeseite von Google steht ein Satz, der erklärt, warum YouTube-Werbung für kleine Betriebe überhaupt bezahlbar ist: Bei überspringbaren Anzeigen wird ein Aufruf gezählt, wenn sich ein Nutzer das Video 30 Sekunden lang ansieht oder mit der Anzeige interagiert. Wer nach fünf Sekunden wegklickt, kostet nichts. Dieser Artikel rechnet durch, was daraus für einen Betrieb folgt, der lokal oder regional werben will, was der Spaß in Euro bedeutet und warum die wichtigste Stellschraube nicht im Google-Konto liegt, sondern im Video selbst.
Bei überspringbaren Anzeigen zahlen Sie laut Google nur, wenn sich ein Nutzer das Video 30 Sekunden lang ansieht oder mit der Anzeige interagiert. Veröffentlichte Benchmarks nennen dafür rund 0,02 bis 0,05 Euro pro View (Hill Productions, 2026; AdConversion über Store Growers, 2023 bis 2024). Bumper und nicht überspringbare Anzeigen werden dagegen pro 1.000 Einblendungen abgerechnet, mit 3 bis 15 Euro Tausenderpreis laut derselben Agentur.
Die von uns gelesenen Google-Hilfeseiten nennen kein Mindestbudget. Eine Agentur (Hill Productions, 2026) empfiehlt 30 bis 50 Euro pro Tag, also etwa 900 bis 1.500 Euro im Monat, und hält alles unter rund 1.500 Euro monatlich für zu wenig, um aus den Daten zu lernen. Das ist eine Praxisempfehlung, keine Vorgabe von Google.
Ja. Google Ads erlaubt die Ausrichtung auf Länder, Regionen, Städte und Postleitzahlen sowie auf einen Radius ab 1 Kilometer um einen Standort. Bei sehr kleinen Radien werden Anzeigen laut Google möglicherweise nur sporadisch ausgeliefert. Für einen Betrieb mit begrenztem Einzugsgebiet ist deshalb ein mittlerer Radius oder eine Postleitzahlenliste meist der bessere Start.
Das Video. Bei überspringbaren Anzeigen entscheiden die ersten fünf Sekunden, ob der Zuschauer bleibt, und viele sehen die Anzeige ohne Ton. Google empfiehlt in seinen ABCD-Prinzipien, schnell zum Kern zu kommen, Marke und Botschaft früh zu zeigen und den Ton durch Texteinblendungen zu stützen. Ein schwaches Video wird durch mehr Budget nur teurer, nicht besser.
Wer "YouTube-Werbung Kosten" in die Suche tippt, bekommt Zahlen, die sich widersprechen. Das liegt meistens daran, dass zwei verschiedene Rechnungen vermischt werden. Die erste ist das Mediabudget: das Geld, das an Google fließt, damit die Anzeige ausgespielt wird. Die zweite ist das Video selbst: Konzept, Dreh, Schnitt, Untertitel. Beide Posten sind unabhängig voneinander. Das beste Video kostet beim Schalten genau so viel wie das schlechteste, und ein Mediabudget von 1.500 Euro kauft Ihnen keine Qualität, die im Film fehlt.
Dasselbe Prinzip kennen Sie vom Fernsehen. Unser Artikel zu Werbespot-Kosten: Produktion und Sendezeit getrennt gerechnet zeigt es dort ausführlich. Bei YouTube ist die Schaltung deutlich kleinteiliger und lässt sich schon mit einem Tagesbudget im zweistelligen Eurobereich starten. Das macht sie für Betriebe interessant, die kein Fernsehbudget haben.
Einordnung vorab: Hier geht es um bezahlte Anzeigen vor, in und zwischen fremden Videos. Ob sich ein eigener Kanal mit eigenen Videos lohnt, ist eine andere Frage. Die beantwortet der Artikel YouTube-Kanal für Unternehmen: Lohnt sich das?. Ein Kanal braucht Geduld und kostet kein Mediabudget. Anzeigen bringen Reichweite ab dem ersten Tag und hören auf, sobald das Budget aufgebraucht ist.
Die Google-Ads-Hilfe unterscheidet bei Videoanzeigen mehrere Formate mit jeweils eigener Abrechnung. Für einen Betrieb sind vier relevant.
Überspringbare In-Stream-Anzeigen laufen vor, in oder nach anderen Videos. Nutzer können nach 5 Sekunden überspringen. Abgerechnet wird per CPV (Cost per View): Sie zahlen, wenn sich jemand das Video 30 Sekunden lang ansieht, bis zum Ende, falls es kürzer ist, oder wenn er mit der Anzeige interagiert. Eine maximale Länge gibt es laut Google nicht, empfohlen werden unter drei Minuten. Für die Ziele Bekanntheit und Aktion nennt Google 15 bis 20 Sekunden als Richtwert.
Bumper-Anzeigen sind nicht überspringbar und dauern 5 bis 6 Sekunden. Sie werden per Ziel-CPM abgerechnet, also pro 1.000 Einblendungen, unabhängig davon, ob jemand hinschaut. Sechs Sekunden reichen für einen Namen, einen Ort und ein Versprechen, nicht für eine Geschichte.
Nicht überspringbare In-Stream-Anzeigen dauern je nach Kampagnentyp 15 bis 60 Sekunden und werden ebenfalls per CPM abgerechnet. Hier zahlen Sie für die Einblendung, nicht für das Interesse.
Anzeigen in YouTube Shorts laufen im vertikalen Kurzvideo-Feed. Google empfiehlt weniger als 60 Sekunden. Abgerechnet wird per CPV, wobei als Aufruf zählt, wenn jemand 10 Sekunden schaut oder auf den Call-to-Action klickt, oder wahlweise per CPM. Nutzer können die Anzeige durch Wischen sofort überspringen. Wie Kurzformate sonst produziert werden, steht im Artikel zu Reels erstellen lassen.
Eine Besonderheit beim CPV: Das Gebot ist ein Zielwert. Laut Google wird so optimiert, dass der niedrigstmögliche Betrag berechnet wird, und der tatsächliche Preis kann unter oder über dem Ziel-CPV liegen. Planen Sie also mit Durchschnittswerten, nicht mit einem festen Preis.
Google selbst veröffentlicht keine Durchschnittspreise, denn der Preis entsteht in einer Auktion. Wer Zahlen sucht, landet bei Agenturen und Auswertungsportalen. Zwei davon haben wir gelesen.
Hill Productions, eine Videoagentur, nennt in einem Beitrag von 2026 für den deutschsprachigen Raum 0,01 bis 0,05 Euro pro View, im ersten Quartal 2026 einen Durchschnitts-CPV von etwa 0,024 US-Dollar und je nach Branche eine Spanne von 0,018 US-Dollar bei Konsumgütern bis 0,058 US-Dollar in der Rechtsbranche. Beim Tausenderpreis nennt die Agentur 3 bis 15 Euro, für nicht überspringbare Anzeigen 6 bis 15 Euro, für Bumper 5 bis 12 Euro und für Shorts rund 4 Euro.
Store Growers wertet Branchenberichte aus und nennt als Hauptquelle für den CPV eine Analyse von AdConversion über mehr als eine Million US-Dollar Werbeausgaben aus den Jahren 2023 und 2024. Ergebnis: etwa 0,05 US-Dollar pro View bei In-Stream-Anzeigen. Eine Methodik legt der Beitrag nicht offen, das sollte man wissen, bevor man die Zahl als Fakt behandelt.
Meine Einschätzung: Beide Quellen liegen im selben Bereich, aber um den Faktor zwei auseinander. Das ist kein Widerspruch, sondern genau das, was bei einer Auktion zu erwarten ist. Rechnen Sie für Ihre Planung mit 0,02 bis 0,05 Euro pro View als Korridor und mit dem oberen Ende, solange Sie keine eigenen Daten haben. Wer ein Video mit starkem Einstieg schaltet, landet eher unten. Wer mit einem sperrigen Spot und enger Zielgruppe startet, eher oben. Außerdem gilt: Alle genannten Werte stammen aus breiten Datensätzen. Eine enge regionale Zielgruppe kann teurer werden, weil weniger Nutzer in der Auktion mitspielen. Belegt ist das in den beiden Quellen nicht, es ist meine Erwartung.
Auf den von uns gelesenen Google-Hilfeseiten steht kein Mindestbudget für Videokampagnen. Technisch lässt sich also auch mit wenigen Euro am Tag starten. Die Frage ist, ob das etwas bringt.
Hill Productions empfiehlt ein Tagesbudget von 30 bis 50 Euro, das sind etwa 900 bis 1.500 Euro im Monat, und hält alles unter rund 1.500 Euro monatlich für zu wenig. Für ernsthafte Optimierung nennt die Agentur 2.000 bis 3.000 Euro im Monat. Das ist die Sicht einer Agentur, die an größeren Budgets verdient, und ich würde sie entsprechend lesen. Google selbst rät in der Hilfe zu Videokampagnen, eine In-Stream-Kampagne etwa einen Monat laufen zu lassen, damit genug Daten zusammenkommen, und zwei bis drei Varianten des Videos parallel zu testen.
Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung, und die ist meine eigene. Bei 1.500 Euro Monatsbudget und 0,02 bis 0,05 Euro pro 30-Sekunden-View wären das rechnerisch 30.000 bis 75.000 bezahlte Aufrufe. Nutzen Sie stattdessen Bumper zu einem Tausenderpreis von 9 Euro, sind es rund 167.000 Einblendungen, aber eben keine Aufrufe, sondern Sekundenbruchteile in fremden Videos. Welche der beiden Zahlen für Ihren Betrieb mehr bedeutet, hängt davon ab, ob Sie bekannt werden oder Anfragen auslösen wollen. Mit 30.000 Aufrufen im Einzugsgebiet eines Handwerksbetriebs erreichen Sie vermutlich mehr Menschen, als Sie je Kunden brauchen. Das Problem ist selten die Menge, sondern ob die Richtigen zuschauen.
Google Ads erlaubt laut Standorttargeting-Hilfe die Ausrichtung auf Länder und Regionen, auf Städte und Postleitzahlen sowie auf einen Radius um einen Standort. Der Mindestradius beträgt 1 Kilometer, und bei sehr kleinen Umkreisen werden Anzeigen laut Google möglicherweise nur sporadisch ausgeliefert. Für einen Betrieb heißt das: Eine einzelne Straße oder ein Dorf allein trägt keine Kampagne.
In den Standorteinstellungen unterscheidet Google außerdem zwischen "Präsenz" (nur Nutzer, die sich tatsächlich in der Region aufhalten) und "Präsenz oder Interesse" (zusätzlich Nutzer, die sich für die Region interessieren). Die Empfehlung von Google dazu bezieht sich auf die Suche. Für Videokampagnen habe ich sie nicht belegt gefunden. Wer eine Dienstleistung vor Ort anbietet, sollte die engere Einstellung prüfen, sonst bezahlen Sie Aufrufe von Menschen, die nie bei Ihnen anrufen werden.
Mein Vorschlag, als Einschätzung gekennzeichnet: Starten Sie mit dem Landkreis oder einem Radius von 30 bis 50 Kilometern und schauen Sie nach vier Wochen in die Berichte, aus welchen Orten die Aufrufe kommen. Engen Sie danach ein oder weiten Sie aus. Das ist günstiger, als vorher zu raten.
Bei überspringbaren Anzeigen entscheidet das Video innerhalb von fünf Sekunden, ob Sie bezahlen müssen. Wer überspringt, kostet nichts, aber er hat auch nichts gesehen. Die Anzeige hat in dieser Zeit genau eine Aufgabe: Jemanden aus dem Wegklick-Reflex holen.
Google beschreibt das in den ABCD-Prinzipien für effektive Videoanzeigen. Zu Aufmerksamkeit heißt es dort sinngemäß: schnell zum Kern der Story kommen, mit ansprechender Taktung und engen Bildausschnitten. Zur Marke: früh und durchgehend präsent sein. Das Logo gehört nicht in die letzte Sekunde. Zur Verbindung: auf den menschlichen Faktor setzen, also Personen zeigen statt nur Produkte. Und zum Ton: Botschaft und Handlungsaufforderung mit Audio und Text untermauern. Google verweist dabei auf eine Studie mit Kantar vom April 2021, nach der solche Anzeigen die kurzfristige Verkaufswahrscheinlichkeit um bis zu 30 Prozent und den langfristigen Markenbeitrag um 17 Prozent steigern können. Das ist eine Herstellerstudie zur eigenen Plattform, also kein neutraler Beleg, aber die Richtung ist plausibel.
Aus Betriebssicht heißt das ganz konkret:
Wer die Schaltung als Hebel sieht und das Video als Beiwerk, hat die Reihenfolge verdreht. Rechnerisch wirkt das so (eigene Überlegung): Zwei Videos, ein Budget. Erreicht Video A doppelt so viele 30-Sekunden-Aufrufe wie Video B, kostet Sie jeder Aufruf nur noch halb so viel. Das lässt sich im Konto messen, wenn Sie wie von Google empfohlen zwei bis drei Varianten testen.
Das Video ist die zweite Rechnung, und sie fällt einmal an. Ein einfacher Werbespot mit einem Drehtag und Basisschnitt wird in unserem Artikel zu den Werbespot-Kosten mit 3.000 bis 8.000 Euro angegeben, wobei diese Zahlen aus dem Markt stammen und je nach Anbieter schwanken. Was ein Film in Ihrem Fall kostet, rechnet der Kostenrechner mit Ihren Angaben durch. Zur Frage, worin sich ein Imagefilm von einem Werbefilm unterscheidet und welcher davon als Anzeige taugt, hilft der Artikel zu Imagefilm oder Werbefilm. Wichtig: Ein 20-Sekunden-Anzeigenschnitt ist eine eigene Fassung, kein gekürzter Imagefilm, und sollte beim Dreh gleich mitgeplant werden. Das spart Kosten gegenüber einer späteren Nachproduktion.
Wer ohnehin regelmäßig Videos braucht, kann diese Fassungen aus einem Drehtag ableiten, statt für jede Anzeige neu zu drehen. Dazu gehören Hochformat für Shorts, Untertitel und unterschiedliche Einstiege zum Testen. Wie sich ein Werbevideo grundsätzlich zusammensetzt, steht im Artikel zu Werbevideo erstellen lassen.
Sie lohnt sich, wenn Sie ein erklärungsbedürftiges Angebot haben, ein klar abgegrenztes Einzugsgebiet und ein Video, das in fünf Sekunden einen Grund zum Bleiben liefert. Sie lohnt sich weniger, wenn Ihre Kunden ohnehin über Empfehlung kommen und Ihr Auftragsbuch voll ist, oder wenn Sie das Video nur "mal ausprobieren" wollen, ohne es auszuwerten.
Mein Rat: Entscheiden Sie zuerst über das Video, dann über das Budget. Ein gutes Video gibt Ihnen drei Verwendungen, nämlich Anzeige, Website und Vertrieb. Das Mediabudget dagegen ist verbraucht, sobald es ausgegeben ist. Und starten Sie mit einem Test über vier Wochen, den Sie vorher klar definieren: Welche Zahl soll es danach geben, ab der Sie weitermachen?
Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos: kurze Formate auch für Anzeigen, Hochformat, Untertitel, dazu Clips für Website und Angebote. So haben Sie Material, das Sie testen können, bevor das erste Mediabudget fließt.
499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.
Unverbindlich kennenlernen →Hinweis: Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert und mit Quellen belegt. Preise und Konditionen von Google ändern sich laufend. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität können wir keine Gewähr übernehmen, und wir haften nicht für Entscheidungen, die du auf dieser Grundlage triffst. Rechtslagen ändern sich und Einzelfälle liegen oft anders, als eine allgemeine Darstellung es abbilden kann. Im Zweifel gehört die Bewertung in anwaltliche Hände.
Quellen: Google Ads-Hilfe, "Videoanzeigenformate" (support.google.com/google-ads/answer/2375464, abgerufen Oktober 2026); Google Ads-Hilfe, "CPV-Gebote auf YouTube" (support.google.com/google-ads/answer/2472735, abgerufen Oktober 2026); Google Ads-Hilfe, "Überspringbare In-Stream-Anzeigen" (support.google.com/google-ads/answer/6055025, abgerufen Oktober 2026); Google Ads-Hilfe, "Tipps zur Optimierung von Videokampagnen" (support.google.com/google-ads/answer/3013684, abgerufen Oktober 2026); Google Ads-Hilfe, "Die ABCD-Prinzipien für effektive Videoanzeigen" (support.google.com/google-ads/answer/14783551, abgerufen Oktober 2026), dort zitiert: Google/Kantar, "The Short & the Long of ABCDs Effectiveness", weltweit, April 2021; Google Ads-Hilfe, "Standorttargeting" (support.google.com/google-ads/answer/1722043, abgerufen Oktober 2026); Hill Productions, "Das musst du 2026 über Kosten von YouTube Werbung wissen" (hill-productions.de, 2026); Store Growers, "YouTube Ads Benchmarks (2026)" (storegrowers.com), dort zitiert: AdConversion, Analyse von mehr als 1 Mio. US-Dollar Werbeausgaben, 2023 bis 2024, und Strike Social Benchmark Reports 2024 bis 2025.