Marketing · Oktober 2026 · Lesezeit 10 Minuten
89,1 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren sehen täglich Bewegtbild. Text liest im Alltag nur gut jeder Zweite (53,9 Prozent Tagesreichweite), und die Lesedauer sinkt (ARD/ZDF-Medienstudie 2025). Das heißt nicht, dass Ihre Imagebroschüre tot ist. Es heißt, dass sie sich ihren Platz inzwischen verdienen muss. Dieser Artikel zeigt, was eine neue Broschüre wirklich kostet, was hineingehört, wo sie jedem Film überlegen bleibt und wann das Geld im Film besser angelegt ist.
Für 16 bis 24 Seiten landen Sie bei Gestaltung und Druck grob zwischen 650 und 2.500 Euro netto, ohne Texte und eigene Fotos. Gestaltung kostet laut dem Studio Nordgrafiker 300 bis 700 Euro bei 12 Seiten und 1.000 bis 2.000 Euro bei 24 Seiten. Druck von 1.000 A4-Heften mit 16 Seiten liegt bei Saxoprint bei 341,43 Euro netto. Eine Agentur mit Strategie und Textentwicklung rechnet schnell das Fünf- bis Zehnfache.
Ja, aber für andere Aufgaben als früher. Sie ist stark, wo jemand etwas in die Hand nehmen, abheften oder nachschlagen will: am Messestand, im Bankgespräch, beim Vor-Ort-Termin. Neue Kunden finden Sie damit kaum noch. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2025 nutzen 89,1 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren täglich Bewegtbild, und die Suche nach einem Betrieb beginnt online.
Wer Sie sind, was Sie können, wofür es Beweise gibt und wie man Sie erreicht. Das heißt: echte Fotos von Ihren Leuten und Ihrer Arbeit, drei bis fünf belegbare Referenzen mit Namen oder Branche, wenige harte Zahlen und ein klarer Ansprechpartner. Allgemeine Sätze wie „Qualität ist unser Anspruch“ und Stockfotos können Sie weglassen.
Wenn Menschen Sie erst finden und einschätzen müssen, bevor sie anrufen: auf Ihrer Website, bei Google, in sozialen Netzwerken, in Bewerbungsgesprächen. Dort zeigt ein Film Gesichter, Stimmen und Arbeitsweise in zwei Minuten. Für Nachschlagen, Preislisten und technische Daten bleibt die Broschüre oder das PDF die bessere Wahl.
Ja, und das ist für viele Betriebe die vernünftigste Lösung: eine schlanke Broschüre mit Fakten und Kontakt, dazu ein Film, der die Menschen zeigt. Die Broschüre bekommt dann weniger Seiten, weil das Erklären der Film übernimmt.
Beginnen wir fair, denn die Broschüre hat echte Stärken. Sie braucht keinen Strom, kein WLAN und keinen Ton. Sie liegt auf dem Tisch, wenn der Einkäufer das Angebot mit dem Kollegen bespricht. Man kann darin blättern, einen Absatz anstreichen und die Seite mit den Leistungen vor sich haben, während man telefoniert. Ein Film läuft, eine Broschüre steht still, und genau das macht sie zum Nachschlagewerk.
Vier Situationen, in denen sie ihren Platz behält:
Messe und Hausmesse. Am Stand will der Besucher etwas mitnehmen, das nach dem Gespräch noch da ist. Wie ein Film am Stand ergänzend wirkt, steht im Artikel Messevideo für B2B und Industrie. Die Broschüre bleibt dort das Ding, das im Koffer nach Hause fährt.
Ausschreibung. Hier lohnt ein Blick ins Gesetz. Bei Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte darf die Vergabestelle nach § 46 Abs. 3 Nr. 1 VgV als Nachweis Ihrer Leistungsfähigkeit geeignete Referenzen über früher ausgeführte Aufträge der letzten höchstens drei Jahre verlangen, und diese Aufzählung ist abschließend. Eine Imagebroschüre steht da nicht drin, eine saubere Referenzliste schon. Beilegen kann man die Broschüre trotzdem, als Ergänzung für Menschen, die Ihr Angebot lesen. Mehr zur Praxis steht im Artikel Öffentliche Ausschreibung gewinnen.
Banktermin und Kreditgespräch. Hier gilt unsere Einschätzung, keine Studie: Die Bank interessiert sich für Zahlen, nicht für Stimmung. Eine Imagebroschüre ersetzt keine Unterlagen. Als gedruckte Beigabe, die Ihren Betrieb, Ihre Kunden und Ihre Mitarbeiter auf acht Seiten zeigt, schadet sie nicht, und der Sachbearbeiter hat etwas in der Akte.
Nachschlagen. Leistungsspektrum, Zertifikate, Ansprechpartner je Bereich, Maschinenpark: Wer das braucht, will es überfliegen und nicht in eine Zeitleiste klicken. Dafür ist ein PDF mit Inhaltsverzeichnis meist die beste Antwort, und es kostet keinen Cent Druck.
Preise hängen stark davon ab, ob Texte und Fotos fertig vorliegen. Wir haben drei Posten getrennt betrachtet. Alle Angaben sind Anbieterpreise netto, eine unabhängige Statistik gibt es dafür nicht.
Gestaltung. Das Studio Nordgrafiker nennt für eine Standardbroschüre mit 12 Seiten 300 bis 700 Euro (fünf bis sieben Stunden Arbeit), für einen individuellen Katalog mit 24 Seiten 1.000 bis 2.000 Euro und für ein Magazin ab 48 Seiten 2.000 Euro und mehr. Die Gesamtdauer liegt dort bei durchschnittlich 15 bis 20 Werktagen. Der Anbieter Flyerbauer startet bei 299 Euro für ein Heft mit acht Seiten, jede weitere vier Seiten kosten 100 Euro Aufschlag. Stockfotos berechnet er mit 15 Euro pro Bild.
Druck. Bei Saxoprint kosten 1.000 Hefte A4 mit 16 Seiten auf 130-Gramm-Papier mit Klammerheftung 341,43 Euro. 500 Stück sind mit 248,23 Euro nur 93 Euro günstiger, 100 Stück mit 170-Gramm-Papier kosten 99,85 Euro. Die Auflage macht den Stückpreis, nicht den Gesamtpreis: Wer 1.000 druckt und 300 verteilt, hat 700 Exemplare im Keller, die mit jeder Änderung an Preisliste, Team oder Adresse ein Stück älter werden.
Agentur. Wer Konzept und Texte mitbestellt, zahlt deutlich mehr. Eine Agentur nennt für eine Broschüre mit 8 bis 12 Seiten rund 5.500 Euro: ab 2.000 Euro für Strategie, ab 2.000 Euro für die Inhalte, ab 800 Euro für druckfertige Dateien, ab 400 bis 500 Euro für den Druck. Dieses Beispiel stammt allerdings aus dem Biotech-Bereich mit erklärungsbedürftigen Inhalten. Für einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern ist es eher die obere Grenze.
Rechnet man diese Angaben zusammen, kommt für ein 16- bis 24-seitiges Heft mit 1.000 Stück grob eine Spanne von 650 bis 2.500 Euro netto heraus. Nicht enthalten sind Texte und ein Fotograf, der Ihre Leute und Ihre Arbeit zeigt. Dafür haben wir keine belastbaren Preise gefunden. Und auf Stockfotos zu setzen, wäre bei einer Imagebroschüre die falsche Sparstelle, denn gerade die Bilder sagen, wer Sie sind.
Sehen wir die Broschüre mit den Augen dessen, der sie zum ersten Mal in der Hand hält. Er stellt vier Fragen, und jede sollte eine Seite bekommen.
Wer sind Sie? Gesichter, Namen, Standort, Gründungsjahr, Größe. Echte Fotos der Inhaber und Mitarbeiter, kein Handschlag zwischen Models.
Was können Sie, und für wen? Zwei oder drei Leistungen, die Sie wirklich verkaufen wollen, nicht das gesamte Angebot. Ein Satz zum Ergebnis für den Kunden, nicht zur Technik.
Woher weiß ich, dass das stimmt? Referenzen, Zertifikate, Zahlen mit Quelle. Drei konkrete Projekte mit Kundenname oder Branche tragen mehr als zehn Zeilen über Leidenschaft und Qualität.
Wie komme ich zu Ihnen? Ein Ansprechpartner mit Foto, direkte Durchwahl, E-Mail-Adresse. Nicht nur die Zentrale.
Alles darüber hinaus ist Füllmaterial. Eine Broschüre mit 8 oder 12 Seiten, die diese vier Fragen beantwortet, ist besser als eine mit 40 Seiten, die niemand zu Ende blättert.
Das Problem ist weniger die Broschüre als der Weg, auf dem Menschen Sie heute zuerst begegnen. Wer einen Betrieb sucht, tippt bei Google, schaut auf die Website und sieht Bewertungen. Die Broschüre liegt in diesem Moment im Schrank, und der Interessent hat keine Möglichkeit, sie zu bekommen. Das PDF zum Download behebt das teilweise, aber PDFs auf dem Handy gehören nicht zu den angenehmen Leseerlebnissen.
Dazu kommt, was ein Heft nicht zeigen kann: wie Ihre Leute reden, wie es auf der Baustelle oder in der Halle aussieht, ob der Chef sympathisch ist. Darüber entscheiden Interessenten meist vor dem ersten Anruf. Ein Film leistet das in zwei Minuten, mit Gesicht und Stimme. Auf Ton und Untertitel kommt es dabei an, weil viele Videos ohne Ton angesehen werden (wie Sie damit umgehen, steht im Artikel Firmenvideos mit Untertiteln).
Und die Broschüre veraltet auf eine unangenehme Art: Sie ist gedruckt, also fertig. Ein neuer Mitarbeiter, eine neue Maschine, ein anderer Standort, und die Auflage ist falsch. Beim Film ist es ähnlich, nur gibt es dort mehr Spielraum, wie der Artikel Imagefilm veraltet, neu oder überarbeiten zeigt.
Auch hier gilt: Preise gehen weit auseinander. Auf unserer Imagefilm-Seite haben wir Angebotspreise verschiedener Anbieter zusammengestellt. Marktüblich sind 5.000 bis 15.000 Euro, die günstigste Klasse beginnt bei 1.000 bis 5.000 Euro mit einem Drehtag, einer Location und Basisschnitt. Die Spanne entsteht durch Drehtage, Schauspieler, Animation und Musik. Fremde Tagessätze sind meist reine Gage, Technik kommt häufig dazu, und deshalb sind Angebote selten gleich zu vergleichen. Wer erst eine Größenordnung für den eigenen Fall sucht, bekommt sie im Kostenrechner.
Unser eigenes Angebot: ein fertiger Imagefilm bis zu einer Minute zum Festpreis von 990 Euro. Oder das Monatspaket für 499 Euro, das Technik, Schnitt, Untertitel und alle Formatvarianten enthält: einmal pro Quartal ein Drehtag in Ihrem Betrieb, daraus acht bis zehn fertige Videos pro Monat.
Die Rechnung ist weniger eindeutig, als sie aussieht. Die Broschüre ist im Einkauf billiger, der Film in der Nutzung länger: Drei bis fünf Jahre gelten für Imagefilme als übliche Nutzungsdauer. Ein Film für 990 Euro, der vier Jahre läuft, kostet rund 20 Euro im Monat. Eine Auflage von 1.000 Heften für 341 Euro netto plus Gestaltung ist, so unsere Einschätzung, nach zwei Jahren meist an den Rändern veraltet. Aber das hängt davon ab, wie oft sich bei Ihnen etwas ändert.
Neukunden über Google, Social Media oder Ihre Website: Film. Er läuft dort, wo Sie gefunden werden, und er lässt sich teilen.
Bewerber, Auszubildende, Fachkräfte: Film. Wer den Arbeitsplatz sehen kann, muss ihn sich nicht vorstellen.
Messe, Hausmesse, Tag der offenen Tür: beides. Broschüre zum Mitnehmen, Film auf dem Monitor.
Ausschreibung und Vergabe: Referenzliste und Nachweise, die Broschüre als Beilage. Der Film hilft eher davor und daneben, wenn Sie als Direktauftragnehmer gefunden werden wollen.
Bank, Behörden, Fachverbände: Broschüre oder PDF, kurz und sachlich.
Nachschlagen für Bestandskunden (Leistungen, Preise, Ansprechpartner): PDF.
Wer nur eines von beiden machen kann, sollte sich fragen, wer den Betrieb heute zum ersten Mal kennenlernt und wo. Sind es Messebesucher, ist es die Broschüre. Sind es Menschen, die suchen, ist es der Film. Wie sich Imagefilm und Werbefilm unterscheiden und welches Format zu welchem Ziel passt, steht im Artikel Imagefilm oder Werbefilm.
Die Broschüre wird dünner und der Film übernimmt das Erzählen. Auf vier bis acht Seiten stehen Leistungen, Referenzen, Zahlen und Ansprechpartner. Wer die Menschen kennenlernen will, scannt einen QR-Code und sieht den Film. Das spart Seiten und Druckkosten, und beide Teile bleiben länger aktuell, weil Kontaktdaten und Leistungslisten im PDF schnell ausgetauscht sind und der Film Haltung zeigt statt Details.
Planen Sie das in einem Zug, entsteht der Dreh vor der Broschüre. Dann kommen die Fotos für das Heft vom selben Tag, an dem auch die Leute gefilmt werden, und die Aussagen im Film und im Heft widersprechen sich nicht. Ob Standbilder aus dem Video für den Druck reichen, hängt von Auflösung und Motiv ab. Fragen Sie vorher nach, statt es anzunehmen.
Erstens: Schreiben Sie auf, wer Ihre Broschüre in den letzten zwölf Monaten tatsächlich in der Hand hatte, und wo. Wenn die Antwort „auf der Messe“ und „bei drei Terminen“ lautet, sind Sie bei der Auflage 1.000 vermutlich zu hoch.
Zweitens: Fragen Sie Ihre fünf letzten Neukunden, wie sie auf Sie gekommen sind. Die Antworten sagen mehr als jede Studie.
Drittens: Holen Sie zwei Angebote für die Gestaltung ein, mit der Frage, was in Texten und Fotos enthalten ist. Der Unterschied steckt fast immer dort.
Viertens: Entscheiden Sie erst danach über den Film. Wenn eine Messe ansteht, hilft der Artikel Messevideo für B2B und Industrie bei der Frage, wie beides zusammenspielt.
Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos: Ihre Leute bei der Arbeit, Referenzen, Einblicke in den Betrieb, dazu Material, das neben einer schlanken Broschüre auf Website und Messemonitor läuft. Schnitt, Untertitel, alle Formatvarianten: alles dabei.
499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.
Unverbindlich kennenlernen →Quellen: ARD/ZDF-Medienstudie 2025 (Tagesreichweite Bewegtbild 89,1 Prozent, Text 53,9 Prozent), berichtet in: MEEDIA, "ARD-ZDF-Medienstudie 2025" (meedia.de); Nordgrafiker, "Broschüre erstellen Kosten" und "Broschüre erstellen lassen" (nordgrafiker.de, abgerufen Oktober 2026); Flyerbauer, Preisrechner Broschürengestaltung (flyerbauer.com, abgerufen Oktober 2026); Saxoprint, Broschüren mit Klammerheftung (saxoprint.de, abgerufen Oktober 2026, netto); vierviertel, "Biotech Sales Collateral Cost" (vierviertel.com, abgerufen Oktober 2026); § 46 Abs. 3 Nr. 1 VgV (Referenzen als Eignungsnachweis); Preisangaben zu Imagefilmen: siehe Quellenübersicht auf starkefilme.de/imagefilm/. Alle Preise sind Anbieterangaben, netto, Stand Oktober 2026, und können abweichen.