Kosten · Oktober 2026 · Lesezeit 10 Minuten
Ein Trauerredner-Ehepaar trug im Beruf schwarze Anzüge, Blusen und Pullover. Die beiden wollten sie als Betriebsausgaben absetzen und klagten sich bis zum Bundesfinanzhof. Der entschied am 16. März 2022 (VIII R 33/18): kein Abzug. Kleidung, die man auch privat tragen könnte, zählt als Lebensführung, selbst wenn sie ausschließlich bei der Arbeit getragen wird. Im selben Urteil steht aber ein Satz, der für Ihren Betrieb interessanter ist: Dass ein Kleidungsstück beruflich bestimmt ist, kann sich auch aus einem dauerhaft angebrachten Firmenemblem ergeben. Das Logo auf der Brust kann also über die Steuer mitentscheiden, nicht nur über die Werbung. Dieser Artikel zeigt, was das für Absetzbarkeit und Lohnsteuer bedeutet, was die Ausstattung pro Kopf kostet und was Ihre Kunden und Ihre Kamera tatsächlich davon sehen.
Ja, wenn Sie die Kleidung Ihren Mitarbeitern stellen, ist der Aufwand durch den Betrieb veranlasst (§ 4 Abs. 4 EStG). Schwieriger wird es bei der Kleidung des Inhabers selbst. Der Bundesfinanzhof hat am 16.03.2022 (VIII R 33/18) entschieden, dass bürgerliche Kleidung auch dann nicht absetzbar ist, wenn sie nur bei der Arbeit getragen wird. Als typische Berufskleidung gelten Stücke, deren berufliche Bestimmung sich unter anderem aus dauerhaft angebrachten Firmenemblemen ergibt.
Bei typischer Berufskleidung nicht: Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung ist nach § 3 Nr. 31 EStG steuerfrei. Nach R 3.31 LStR zählen dazu Arbeitsschutzkleidung sowie Stücke, die durch ihre uniformartige Beschaffenheit oder ein dauerhaft angebrachtes Firmenemblem objektiv eine berufliche Funktion erfüllen und privat so gut wie nicht tragbar sind. Ein Poloshirt mit winzigem Brustlogo ist ein Grenzfall, den Sie vorab mit Ihrem Steuerberater klären sollten.
In unserer Beispielrechnung mit Katalogpreisen vom Oktober 2026 rund 263 Euro netto für die Erstausstattung: zwei Bundhosen, drei T-Shirts, ein Sweatshirt und eine Softshelljacke, jeweils mit Brustlogo, die Jacke zusätzlich mit Rückenlogo. Dazu kommen einmalig etwa 13 Euro netto für das Stickprogramm. Mietmodelle und Markenware liegen anders, die Rechnung ist ein Richtwert.
Sie hilft dem Kunden, den Besuch zuzuordnen, ersetzt aber keinen Ausweis. Eine belegte Wirkung auf Aufträge gibt es für Handwerker-Poloshirts nicht. Betrüger setzen ebenfalls Logo-Kleidung ein, wie die Stadtwerke Willich im April 2026 berichteten. Wirksam wird die Kleidung, wenn der Kunde dieselbe Person vorher in derselben Kleidung auf Website oder Foto gesehen hat.
Einheitliche, saubere Kleidung mit gut lesbarem Logo lässt ein Team im Bild als Einheit erscheinen und macht Mitarbeiter wiedererkennbar. Das ist unsere Einschätzung aus der Praxis, keine Studie. Ob jemand im Film zu sehen ist, entscheidet die Person selbst.
Bei Arbeitskleidung geht es um zwei getrennte Fragen. Die erste: Darf der Betrieb die Kosten als Betriebsausgabe abziehen? Die zweite: Müssen die Mitarbeiter die Kleidung als Teil ihres Lohns versteuern? Die Antworten fallen nicht immer gleich aus.
Betriebsausgaben sind nach § 4 Abs. 4 EStG Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Wenn Sie Ihren Angestellten Hosen, Shirts und Jacken stellen, damit sie beim Kunden einheitlich auftreten, ist das nach unserer Lesart betrieblich veranlasst, egal ob die Stücke am Ende als Berufskleidung durchgehen. Diese Frage entscheidet dann nur noch über den Lohn der Mitarbeiter, nicht über Ihren Abzug.
Anders sieht es bei der Kleidung aus, die Sie als Inhaber selbst tragen. Hier greift das Urteil aus dem Trauerredner-Fall: Aufwendungen für bürgerliche Kleidung sind nach BFH VIII R 33/18 grundsätzlich nicht abziehbar, auch nicht, wenn man sie ausschließlich bei der Arbeit trägt oder die Kundschaft sie erwartet. Der Senat erklärt ältere Entscheidungen für überholt, nach denen etwa ein schwarzer Anzug als Berufskleidung durchging. Abziehbar ist nur typische Berufskleidung, und die definiert der BFH so: Kleidungsstücke, die nach ihrer Beschaffenheit nahezu ausschließlich für die berufliche Nutzung bestimmt sind, wobei sich das aus der Schutzfunktion, aus der Unterscheidungsfunktion wie bei Uniformen oder aus dauerhaft angebrachten Firmenemblemen ergeben kann.
Für Ihre Leute gilt § 3 Nr. 31 EStG: Steuerfrei ist die typische Berufskleidung, die der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt überlässt. Die Lohnsteuer-Richtlinien konkretisieren das in R 3.31. Laut dem dort wiedergegebenen Wortlaut (nachzulesen etwa bei Lohn-Info und in der NWB-Datenbank) ist steuerfrei nicht nur die Gestellung, sondern auch die Übereignung. Erhält der Mitarbeiter die Kleidung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, ist anzunehmen, dass es sich um typische Berufskleidung handelt, wenn nicht das Gegenteil offensichtlich ist.
Als typisch gelten Arbeitsschutzkleidung, die auf den Beruf zugeschnitten ist, und Kleidung, die „nach ihrer z. B. uniformartigen Beschaffenheit oder dauerhaft angebrachten Kennzeichnung durch Firmenemblem objektiv eine berufliche Funktion“ erfüllt, „wenn ihre private Nutzung so gut wie ausgeschlossen ist“. Normale Schuhe und Unterwäsche sind ausdrücklich keine typische Berufskleidung. Das Logo steht damit im Text der Richtlinie, aber als eines von mehreren Merkmalen.
Was folgt daraus für das Poloshirt mit zwei Zentimeter großem Brustlogo? Hier kommt unsere Einschätzung, keine Auskunft des Finanzamts: Je auffälliger und dauerhafter das Firmenemblem, desto klarer die berufliche Bestimmung. Ein großes gesticktes Logo auf Brust und Rücken, kombiniert mit einheitlichem Schnitt und einheitlicher Farbe, spricht für typische Berufskleidung. Ein schlichtes Shirt, das jeder im Urlaub tragen würde, spricht dagegen. Lassen Sie sich die Einordnung Ihres Modells von Ihrem Steuerberater bestätigen, bevor Sie hundert Stück bestellen.
Dann ist die Überlassung ein geldwerter Vorteil und gehört zum Arbeitslohn. Der Fachbeitrag von Haufe nennt als Gegenbeispiel die jährliche Überlassung der neuesten Kollektion hochwertiger Kleidung an die Geschäftsleitung zu Repräsentationszwecken: Das sei keine Arbeitskleidung. Es bleibt dann die Freigrenze für Sachbezüge von 50 Euro im Kalendermonat nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Eine Erstausstattung für mehr als 200 Euro dürfte sie sprengen, wenn sie auf einen Schlag geliefert wird.
Das gleiche Haufe-Stück hält noch fest: Überlässt der Arbeitgeber typische Berufskleidung unentgeltlich, hat das keine umsatzsteuerlichen Konsequenzen, es handelt sich um eine nicht steuerbare Leistung.
Wer seine Mitarbeiter die Kleidung selbst kaufen lassen will, kann sie auch mit Geld ablösen. Nach R 3.31 Abs. 2 ist das nur steuerfrei, wenn der Mitarbeiter einen Anspruch auf Gestellung hat (etwa nach Unfallverhütungsvorschrift, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung), die Ablösung betrieblich begründet ist und der Betrag die tatsächlichen Aufwendungen nicht offensichtlich übersteigt. Pauschalen decken Abschreibung und übliche Instandhaltung, Reinigung gehört in der Regel nicht dazu. Ein Waschgeld on top ist deshalb in der Regel nicht steuerfrei.
Wir haben ein realistisches Paket für einen Monteur zusammengestellt und mit Preisen vom Oktober 2026 gerechnet. Die Kleidung stammt aus dem Webshop von Krähe Workwear, die Stickerei aus der Preisliste von Deine-Stickerei.de. Die Rechnung ist eine Beispielrechnung, Ihre Preise hängen von Marke, Menge und Motiv ab. Alle Beträge netto, weil ein vorsteuerabzugsberechtigter Betrieb die Umsatzsteuer zurückbekommt.
Die Stickerei kostet nach Stichzahl. Ein Bruststick bis 4.500 Stiche (etwa 11 Zentimeter Breite) liegt bei 5,00 Euro brutto pro Teil, wenn mindestens 50 Teile bestellt werden. Das sind 4,20 Euro netto. Ein Rückenschriftzug mit 20.000 Stichen kostet bei kleiner Menge 23,80 Euro brutto, also 20,00 Euro netto. Für eine Gruppe von zehn Monteuren mit sieben Teilen Brustlogo und einem Rückenlogo auf der Jacke ergibt das:
Wie viel davon beim Betrieb hängen bleibt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Bei angenommenen 30 Prozent mindert die Betriebsausgabe die Steuer um gut 780 Euro. Das ist nur ein Rechenbeispiel, aber es zeigt die Größenordnung: Zum Vergleich: Für die Vollfolierung eines einzelnen Fahrzeugs nennt eine Ratgeberseite 1.500 bis 3.000 Euro. Was Beschriftung kostet und bringt, steht im Ratgeber Firmenwagen beschriften: Was es kostet, was das Finanzamt sagt und ob es Aufträge bringt.
Ein Wort zur Wäsche: Wir haben pro Person zwei Hosen angesetzt, damit der Monteur wechseln kann, wenn eine in der Wäsche ist. Das ist unsere Annahme, kein Standard. Wer die Pflege auslagern will, kann bei Textil-Mietservices anfragen und deren Zahlen mit dem Kaufpreis vergleichen.
Hier lohnt es sich, nüchtern zu bleiben. Den Beweis, dass ein Betrieb mit einheitlichen Poloshirts mehr Aufträge bekommt, haben wir nicht gefunden. Was es gibt, sind Experimente zur Wirkung von Uniformen im Allgemeinen, und die sind unbequemer, als man erwartet. 1974 ließ der Psychologe Leonard Bickman Passanten auf der Straße bitten, eine Papiertüte aufzuheben, einem Fremden eine Münze zu geben oder von einer Bushaltestelle wegzutreten. Der Bittsteller trat wahlweise als Zivilist, als Milchmann oder als Wachmann auf. Die Passanten folgten dem Wachmann häufiger als dem Zivilisten und dem Milchmann (Journal of Applied Social Psychology, 1974). Nur der Wachmann hob sich ab, für den Milchmann in seiner Arbeitsuniform meldet das Abstract keinen Vorsprung. Autorität macht die Uniform des Wachmanns, nicht Arbeitskleidung an sich. Wer sich wegen eines Poloshirts Respekt erhofft, hofft auf das Falsche.
Was Arbeitskleidung dem Kunden stattdessen gibt, ist Zuordnung: Dieser Mann gehört zu dem Betrieb, bei dem ich bestellt habe. Das ist an der Haustür mehr wert, als es klingt, denn Kleidung mit Logo lässt sich fälschen. Die Stadtwerke Willich berichteten am 1. April 2026, dass sich Unbekannte als Mitarbeiter ausgegeben hatten, um Solaranlagen zu verkaufen. Sie trugen Hoodies mit dem Stadtwerke-Logo und zeigten scheckkartengroße Ausweise. Ein aufmerksames Ehepaar ließ sich nicht täuschen (Stadtwerke Willich). Die Täter hatten das Logo auf der Brust. Das Ehepaar ließ sie trotzdem nicht herein.
Die Schlussfolgerung: Einheitliche Kleidung ist eine Zutat, kein Vertrauensbeweis. Sie wirkt erst, wenn der Kunde den Menschen darin vorher gesehen hat, mit Namen, am besten auf der Website oder in der Terminbestätigung. Wie das aussieht, steht im Ratgeber Kunden zögern, dem Monteur zu öffnen, den wir hier nicht wiederholen. Dort geht es um Foto, Kurzvideo und Ausweis. Die Kleidung ist dabei der Wiedererkennungseffekt: Der Mann auf dem Foto trägt dasselbe wie der Mann vor der Tür.
Wenn Sie Ihr Team filmen oder fotografieren lassen, zahlt sich einheitliche Kleidung auf eine unspektakuläre Art aus: Drei Leute in drei verschiedenen Jacken sehen im Bild aus wie Zufallsbekanntschaften, drei Leute in derselben Jacke sehen aus wie ein Betrieb. Das ist unsere Beobachtung aus der Praxis, keine Studie. Dazu kommt ein praktischer Nutzen: Ein kurzer Clip, der den Monteur vorstellt (nach unserer Einschätzung 20 bis 40 Sekunden), funktioniert nur, wenn der Kunde ihn später an derselben Kleidung wiedererkennt.
Worauf Sie als Auftraggeber achten sollten:
Erstens: Klären Sie mit dem Steuerberater, ob das Modell, das Sie im Auge haben, als typische Berufskleidung durchgeht. Bringen Sie ein Muster und den Satz aus R 3.31 mit: Kennzeichnung durch Firmenemblem, private Nutzung so gut wie ausgeschlossen.
Zweitens: Entscheiden Sie zwischen Kaufen und Mieten, indem Sie die Kosten pro Kopf rechnen. Kaufen kostet in unserem Beispiel rund 263 Euro netto je Mitarbeiter am Anfang. Fragen Sie bei einem Mietservice Ihre eigenen Zahlen an.
Drittens: Bestellen Sie zuerst ein Muster und stellen Sie sicher, dass das Logo als Stickprogramm vorliegt. Die Programmerstellung kostet einmalig, Nachbestellungen laufen danach mit demselben Programm.
Viertens: Zeigen Sie Ihre Leute in dieser Kleidung, bevor sie klingeln. Foto auf der Website, Name in der Terminbestätigung, bei Bedarf ein kurzes Video. Die Kleidung allein beweist nichts, sie macht nur wiedererkennbar, was Sie vorher gezeigt haben.
Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos, darunter Kurzvorstellungen Ihrer Monteure in ihrer Arbeitskleidung, mit Untertiteln und in allen Formatvarianten. Schnitt und Technik sind dabei.
499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.
Unverbindlich kennenlernen →Quellen: Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 31, § 4 Abs. 4, § 8 Abs. 2 Satz 11 und § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 29.10.2026); Lohnsteuer-Richtlinien, R 3.31 „Überlassung typischer Berufskleidung“ (Wortlaut nach Lohn-Info und NWB-Datenbank, abgerufen am 29.10.2026); Bundesfinanzhof, Urteil vom 16.03.2022, VIII R 33/18 (bundesfinanzhof.de); Haufe, „Arbeitskleidung / 4 Gestellung und Kostenerstattung durch den Arbeitgeber“, Thomas Mertes (haufe.de); Krähe Workwear, Webshop-Preise netto, abgerufen am 29.10.2026 (kraehe.de); Deine-Stickerei.de, Preisliste Stickereien, Bruttopreise, abgerufen am 29.10.2026; Leonard Bickman, „The Social Power of a Uniform“, Journal of Applied Social Psychology, 1974 (doi.org/10.1111/j.1559-1816.1974.tb02599.x); Stadtwerke Willich, „Achtung: Falsche Stadtwerke-Mitarbeiter unterwegs“, 01.04.2026 (stadtwerke-willich.de). Die Kostenrechnung ist eine eigene Beispielrechnung mit Katalogpreisen und angenommenem Steuersatz. Dies ist keine Steuerberatung.