Ratgeber · September 2026 · Lesezeit 12 Minuten

Erklärvideo erstellen lassen: Was es kostet und wann ein gefilmter Ablauf das bessere Werkzeug ist

Wer nach dem Preis für ein Erklärvideo sucht, bekommt Zahlen zwischen 1.500 und 25.000 Euro. Für dasselbe Produkt: ein animiertes Video von etwa einer Minute. Das ist ein Faktor von mehr als sechzehn, und keine andere Position im Marketingbudget streut so weit. Dieser Artikel erklärt, woher die Spanne kommt, welche Posten sich dahinter verstecken und, weil das selten jemand ehrlich sagt, wann Animation die falsche Antwort auf die richtige Frage ist.

Kurz beantwortet

Was kostet ein Erklärvideo?

Die Düsseldorfer Produktion mindnapped nennt drei Segmente: unter 3.000 Euro für templatebasierte Videos, 3.000 bis 8.000 Euro für maßgeschneiderte Arbeit und ab 8.000 Euro für komplexe 3D-Produktionen. Die Motion-Design-Agentur Brussobaum hält für 2026 und 2027 ein Budget von 5.000 bis 12.000 Euro für realistisch. Die Standardlänge, auf die sich diese Zahlen beziehen, liegt bei etwa 60 Sekunden.

Warum ist die Preisspanne bei Erklärvideos so groß?

Weil der größte Kostenblock nicht die Animation ist, sondern die Arbeit davor. Brussobaum schreibt, dass ein wesentlicher Teil der Kosten auf die konzeptionelle Arbeit im Vorfeld entfällt und nicht auf die Animation selbst. Ein Video für 1.500 Euro benutzt eine fertige Vorlage und dein Logo. Ein Video für 12.000 Euro beginnt mit der Frage, was dein Produkt eigentlich löst.

Welcher Animationsstil ist der günstigste?

Die Whiteboard-Animation, bei der eine Hand Zeichnungen aufs Papier bringt. Mindnapped nennt dafür 1.500 bis 4.000 Euro. Klassische 2D-Animation liegt bei 2.000 bis 8.000 Euro, aufwendige 2D-Arbeit bei 6.000 bis 15.000 Euro und mehr, 3D-Animation beginnt bei 8.000 Euro und reicht über 25.000 Euro hinaus.

Wann ist ein gefilmtes Video besser als ein Erklärvideo?

Immer dann, wenn das, was du erklären willst, tatsächlich existiert und sichtbar ist. Eine Werkstatt, ein Arbeitsablauf, eine Montage, ein Beratungsgespräch: All das lässt sich filmen, und gefilmt wirkt es glaubwürdiger als gezeichnet. Animation lohnt sich, wenn es nichts zu filmen gibt, etwa bei Software, abstrakten Prozessen oder Dingen, die im Inneren einer Maschine passieren.

Welche Posten kommen bei einem Erklärvideo zusätzlich dazu?

Vor allem Sprecher, Musik und zusätzliche Korrekturrunden. Mindnapped beziffert eine KI-Stimme mit null bis 200 Euro, einen professionellen Sprecher mit 300 bis 1.000 Euro und einen prominenten Sprecher mit ab 5.000 Euro. GEMA-freie Musik kostet null bis 300 Euro, lizenzierte Musik 200 bis 1.000 Euro. Jede Korrekturschleife über die üblichen zwei bis drei hinaus schlägt mit 100 bis 500 Euro zu Buche.

Die Spanne ist echt, und sie ist erklärbar

Fangen wir mit den Zahlen an, die im deutschsprachigen Markt aktuell aufgerufen werden. Die Düsseldorfer Produktion mindnapped teilt den Markt in drei Segmente: unter 3.000 Euro für Videos, die auf Vorlagen aufbauen und wenig Spielraum für Eigenes lassen, 3.000 bis 8.000 Euro für maßgeschneiderte Arbeit mit professionellen 2D- und 3D-Elementen, und alles ab 8.000 Euro für komplexe 3D-Produktionen mit Spezialeffekten.

Die Motion-Design-Agentur Brussobaum schneidet den Markt fast identisch, benutzt aber andere Worte: 800 bis 3.000 Euro für standardisierte oder KI-generierte Videos, 4.000 bis 9.000 Euro für individuell gestaltete und 10.000 bis über 20.000 Euro für strategisch konzipierte Filme. Als realistisches Budget für Unternehmen, die das Video wirklich einsetzen wollen, nennt sie 5.000 bis 12.000 Euro.

Zwei unabhängige Anbieter, praktisch dieselbe Einteilung. Das ist ungewöhnlich in einer Branche, die sonst gern schwammig bleibt, und es sagt etwas aus: Die Preisspanne bildet keine Willkür ab, sondern drei verschiedene Produkte, die zufällig denselben Namen tragen.

Der Preis steckt nicht in der Animation

Das ist der Satz, an dem sich fast alle Budgetdiskussionen aufhängen, und er steht so ähnlich auch bei Brussobaum: Ein wesentlicher Teil der Kosten entfällt auf die konzeptionelle Arbeit im Vorfeld, nicht auf die Animation selbst.

Das klingt nach Agenturrhetorik, ist aber nachrechenbar. Ein Erklärvideo von 60 Sekunden hat rund 150 Wörter Sprechertext. Diese 150 Wörter müssen ein Produkt, ein Problem, eine Lösung und einen Handlungsaufruf transportieren, in dieser Reihenfolge, ohne dass jemand nach zwölf Sekunden wegklickt. Wer schon einmal versucht hat, das eigene Angebot in vier Sätzen zu erklären, ohne dabei entweder banal oder unverständlich zu werden, kennt den Aufwand.

Danach kommt das Storyboard, also die Entscheidung, was bei welchem Satz zu sehen ist. Dann erst die Illustration, dann die Animation, dann Ton und Sprecher. Die Animation ist Handwerk mit klarem Zeitaufwand. Die Konzeptarbeit davor ist der Teil, bei dem sich zeigt, ob jemand dein Geschäft verstanden hat.

Deshalb kostet ein Video mit fertiger Vorlage 1.500 Euro und eines mit eigener Bildsprache 9.000. Es ist nicht mehr Animation. Es ist mehr Denken vor der Animation.

Die Stile und was sie kosten

Mindnapped listet die gängigen Techniken mit Preisen auf, und die Reihenfolge überrascht niemanden, der schon einmal jemandem beim Zeichnen zugesehen hat:

Auffällig ist die Überlappung. Ein gutes 2D-Video kann teurer sein als ein einfaches 3D-Video. Wer nach Stil einkauft, kauft nach dem falschen Kriterium.

Die Posten, die im Angebot gern fehlen

Bis hierhin ging es um das Video. Jetzt geht es um die Rechnung, und da tauchen Positionen auf, die in der ersten Zahl oft nicht drin sind. Mindnapped nennt sie einzeln:

Der letzte Punkt ist der, der Budgets sprengt. Üblich sind zwei bis drei Korrekturrunden im Preis. Wer intern drei Abteilungen abstimmen muss, hat diese Runden verbraucht, bevor das Video das erste Mal in der Geschäftsführung gezeigt wurde. Danach kostet jede Runde extra, und Runden werden nicht weniger, wenn ein Video schon fast fertig ist. Sie werden mehr, weil erst dann alle wirklich hinsehen.

Wer das vorher weiß, klärt intern vor dem Briefing, wer entscheidet. Wie so ein Briefing aussehen sollte, steht in unserer Video-Briefing-Vorlage.

Die Frage, die vor dem Preis kommt

Und jetzt der Teil, den eine Animationsagentur naturgemäß ungern schreibt: Ein großer Teil dessen, was als Erklärvideo bestellt wird, wäre als gefilmtes Video besser aufgehoben. Nicht immer. Aber häufiger, als der Markt es zugibt.

Die Unterscheidung ist banal, wird aber selten gestellt. Existiert das, was du erklären willst, in der physischen Welt?

Wenn ein Sanitärbetrieb erklären will, wie eine Badsanierung abläuft, dann existiert dieser Ablauf. Es gibt einen Tag, an dem Fliesen fallen, und einen, an dem die Wanne kommt. Das lässt sich filmen. Gefilmt hat es einen Vorteil, den keine Animation herstellen kann: Es ist nachweislich passiert. Der Staub ist echt, die Hände sind echt, und die Kundin, die am Ende sagt, dass sie den Termin eingehalten fand, ist eine echte Kundin.

Wenn dagegen ein Softwareanbieter erklären will, wie seine Schnittstelle Daten zwischen zwei Systemen abgleicht, dann existiert dieser Vorgang nirgends sichtbar. Da hilft nur Zeichnen. Dasselbe gilt für Vorgänge im Inneren einer Maschine, für Finanzprodukte, für alles, was aus Regeln statt aus Material besteht.

Die ehrliche Faustregel lautet also: Animation ist die richtige Wahl, wenn es nichts zu filmen gibt. Sie ist die teure Umgehung, wenn es etwas zu filmen gäbe und man sich nur nicht traut, die Kamera in den eigenen Betrieb zu stellen.

Was der Vergleich preislich bedeutet

Ein individuell konzipiertes Erklärvideo von einer Minute liegt nach den oben genannten Quellen bei 4.000 bis 9.000 Euro. Ein gefilmter Imagefilm bis zu einer Minute kostet bei uns 990 Euro als Festpreis, mit einem Drehtag im Betrieb, einem Tag Schnitt, zwei Feedbackrunden und allen Social-Media-Formaten. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil zwei verschiedene Handwerke dahinterstecken. Aber sie sind vergleichbar genug, um die Frage zu rechtfertigen, ob das Thema wirklich gezeichnet werden muss.

Wer wissen will, was ein größerer gefilmter Dreh mit mehreren Interviews und mehreren Orten kostet, kann sich das im Kostenrechner selbst ausrechnen, mit denselben Tagessätzen, mit denen wir intern kalkulieren.

KI-Erklärvideos: billig, und man sieht es

Seit etwa zwei Jahren gibt es das Segment unterhalb von 3.000 Euro in nennenswerter Größe, weil sich Skript, Stimme und einfache Animation automatisiert erzeugen lassen. Brussobaum ordnet solche Videos dem Bereich zwischen 800 und 3.000 Euro zu und nennt sie oft stark standardisiert.

Das ist keine Verurteilung. Für eine interne Anleitung, eine Produktschulung oder eine Erklärung, die morgen wieder veraltet ist, kann ein solches Video vollkommen ausreichen. Problematisch wird es, wenn dasselbe Video die Startseite bespielen soll. Standardisierte Bildsprache erkennt man, und was man erkennt, wirkt austauschbar. Wo genau die Grenze zwischen KI-Material und echtem Dreh verläuft, haben wir im Artikel zu KI-Video oder echtem Drehtag ausführlicher aufgeschrieben.

Wie du ein Angebot vergleichbar machst

Wenn du drei Angebote einholst, wirst du drei Zahlen bekommen, die nichts miteinander zu tun haben, solange du nicht dieselben Fragen stellst. Diese vier reichen meistens:

Die letzte Frage lohnt sich besonders. Sieben weitere Fragen, die vor einer Beauftragung sinnvoll sind, stehen im Artikel Videoproduzent auswählen.

Was am Ende zählt

Ein Erklärvideo ist ein gutes Werkzeug für einen bestimmten Zweck: etwas zeigen, das man sonst nicht sehen kann. Für diesen Zweck ist auch ein Preis von 6.000 Euro nicht zu hoch, wenn das Video anschließend jahrelang im Vertrieb arbeitet.

Was sich dagegen fast immer rächt, ist die Bestellung eines Erklärvideos, weil es modern klingt, obwohl der eigentliche Inhalt eine Werkstatt, ein Team und ein Handgriff wären. Dann bezahlt man dafür, dass gezeichnet wird, was man hätte filmen können. Und das Ergebnis sieht aus wie das von allen anderen, weil gezeichnete Handwerker sich weniger unterscheiden als echte.

Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos: kurze Formate für Social Media, längere für die Website, Clips, die in Angeboten und Kundengesprächen funktionieren. Schnitt, Untertitel, alle Formatvarianten: alles dabei.

499 Euro pro Monat. Keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.

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Quellen: mindnapped GmbH, "Erklärvideo Kosten: Der ultimative Preis-Leitfaden" (mindnapped.com/wissen/erklaervideo/erklaervideo-kosten, abgerufen September 2026), Segmentierung nach Budget und Animationsstil sowie Einzelposten für Sprecher, Musik und Korrekturschleifen; Motion-Design Agentur Brussobaum, "Wie viel kostet ein Erklärvideo wirklich? Der vollständige Preisguide 2026/2027" (brussobaum.de, abgerufen September 2026), Budgetsegmente und Aussage zum Anteil der konzeptionellen Vorarbeit; thatworksmedia.com, "Was kostet ein Video 2026? Preise für Erklärvideo, KI & Co." (abgerufen September 2026); FUTRIZE, "Videoproduktion Kosten 2026: Preise pro Format" (futrize.com/wissen/videoproduktion-kosten, abgerufen September 2026). Die genannten Preise sind Marktangaben der jeweiligen Anbieter, keine verbindlichen Angebote.