Ratgeber · September 2026 · Lesezeit 10 Minuten
Viele, die das erste Mal eine Videoproduktion beauftragen, fragen irgendwann: Was schicke ich der Agentur eigentlich? Die ehrliche Antwort ist, dass ihr meistens gar nichts schicken müsst, denn das Briefing entsteht im Vorgespräch. Wer aber trotzdem selbst eine Struktur haben will, weil intern erst Klarheit geschaffen werden muss, findet hier eine vollständige Vorlage, jeden Punkt mit der Erklärung, warum er den Dreh oder das Ergebnis konkret beeinflusst.
Ein vollständiges Video-Briefing enthält: Ziel des Videos, Zielgruppe, Kernbotschaft, gewünschte Länge und Formate, Ausspielkanäle, Tonalität, was gezeigt werden soll und was nicht, wer vor die Kamera geht, Drehort und Zugangsdaten, Termine, vorhandenes Markenmaterial wie Logo und Schriften, Musikwünsche, Freigabeprozess und Budgetrahmen. Nicht jeder Punkt muss detailliert ausgefüllt sein, aber fehlende Kerninformationen zu Ziel, Drehort und Freigaben verursachen die meisten Probleme in der Produktion.
Nein. Bei erfahrenen Produktionsfirmen entsteht das Briefing im Vorgespräch gemeinsam. Ihr müsst kein Dokument einreichen, das alle Felder perfekt ausgefüllt hat. Was ihr kennen solltet, bevor ihr anruft: grob das Ziel des Videos, wo es eingesetzt werden soll und ob es einen ungefähren Terminwunsch gibt. Den Rest klären wir im Gespräch.
Die häufigsten Folgekosten entstehen durch Nachdrehs, zusätzliche Schnittrunden und veränderte Anforderungen nach Drehbeginn. Ein zweiter Drehtag bedeutet erneute Anfahrt, Aufbauzeit für Licht und Ton und erneute Terminabstimmung mit allen Beteiligten. Jede Location, die nicht im Briefing stand, wird separat kalkuliert. Inhaltliche Änderungen nach erfolgtem Schnitt sind aufwendiger als Korrekturen im Rohschnitt. Ein unklares Ziel ist der teuerste Fehler, weil er sich durch alle Phasen zieht.
Auf Länge kommt es nicht an, auf Vollständigkeit schon. Ein halbseitiges Briefing, das Ziel, Zielgruppe, Drehort, Termine und Freigabeprozess klar benennt, ist besser als vier Seiten mit vagen Formulierungen. Die meisten Produktionsfirmen arbeiten mit einem strukturierten Fragebogen oder klären offene Punkte im Vorgespräch, damit am Ende nichts Wichtiges fehlt.
Hier sind alle Punkte, die eine Produktionsfirma braucht, um einen Dreh vorzubereiten. Nicht jedes Projekt braucht jeden davon. Was ihr nicht wisst, bleibt offen. Was ihr weglasst, weil es unwichtig klingt, ist erfahrungsgemäß genau das, was später für Verzögerungen sorgt.
Was soll das Video konkret bewirken? Neue Mitarbeiter gewinnen, Kunden erklären wie euer Service funktioniert, ein Produkt vorstellen, bei einer Messe laufen? Das Ziel bestimmt Schnitt, Tempo, Länge und Ton. Ein Recruiting-Video funktioniert anders als ein Produktfilm, und wer beides in einen Clip presst, erreicht meistens keins von beiden. Wenn ihr euch zwischen zwei Zielen nicht entscheiden könnt: zwei Videos.
Beispiel-Einträge: "Interessenten auf der Website erklären, wie unser Wartungsvertrag funktioniert" oder "Bewerber zeigen, wie der Arbeitsalltag in unserer Werkstatt aussieht".
Wer schaut sich das Video an? Altersgruppe, Vorwissen, Kontext, in dem sie es sehen. Ein Video für Einkaufsleiter im Mittelstand braucht eine andere Sprache als eines für Privatpersonen, die zum ersten Mal eine Dienstleistung buchen. "Alle" ist keine Zielgruppe. filmpuls.info weist in seiner Imagefilm-Checkliste ausdrücklich darauf hin, dass "Alle" als Antwort auf die Zielgruppenfrage ein Warnsignal ist, das zu kostspieligen Umarbeitungen führt (filmpuls.info, Briefing-Checkliste Imagefilm).
Beispiel-Eintrag: "Handwerksbetriebe mit 5 bis 30 Mitarbeitern, Inhaber oder Geschäftsführer, die noch nie einen Videoproduktionsauftrag vergeben haben".
Was soll der Zuschauer nach dem Video denken, wissen oder tun? Ein Satz. Nicht die vollständige Liste eurer Vorteile. Wenn ihr sieben Botschaften habt, wählt eine, der Rest kommt in andere Videos oder andere Kanäle. Videos, die alles auf einmal sagen wollen, hinterlassen meistens gar nichts.
Beispiel-Eintrag: "Wer mit uns arbeitet, muss sich um die Videoproduktion selbst nicht kümmern, nur einmal im Quartal einen Tag freimachen."
Habt ihr eine Vorstellung zur Länge? Für Reels und TikTok gelten andere Regeln als für einen Imagefilm auf der Startseite. Wichtiger noch: Braucht ihr das Material in mehreren Formaten? Quadratisch für Instagram, 16:9 für YouTube, 9:16 für Stories? Das muss vor dem Dreh feststehen. Die Kamera wird anders geführt, die Bildausschnitte werden anders gewählt. Wer im Nachhinein aus einem 16:9-Querformat ein 9:16-Hochformat schneiden lässt, verliert meistens die Hälfte des Bildes.
Beispiel-Eintrag: "Hauptvideo 90 bis 120 Sekunden für Website und YouTube, dazu zwei bis drei 30-Sekunden-Varianten für Instagram und LinkedIn, Hochformat-Version für Stories".
Wo läuft das Video? Website, YouTube, Instagram, LinkedIn, TikTok, Messe-Bildschirm, interner Newsletter, Bewerbungsportal? Jeder Kanal hat eigene Anforderungen: Dateigröße, Seitenverhältnis, Untertitel oder nicht, Musik erlaubt oder nicht. Wer das im Briefing klärt, vermeidet, dass ein fertig produziertes Video für Instagram nachträglich neu kodiert werden muss, weil es zu groß ist, oder dass nachträglich Untertitel eingebaut werden müssen, weil auf der Website der Ton standardmäßig aus ist. Dazu mehr im Artikel zu Firmenvideos mit Ton aus: warum Untertitel Pflicht sind.
Beispiel-Eintrag: "Primär Website-Startseite, sekundär LinkedIn-Posts. Kein TikTok geplant."
Nüchtern-sachlich, locker-direkt, emotional? Wenn ihr Referenzvideos kennt, teilt diese. Negative Beispiele helfen genauso wie positive. "Nicht so steif wie ein klassischer Imagefilm aus den Neunzigern" ist eine verwertbare Aussage. "Einfach professionell" ist keine.
Beispiel-Eintrag: "Direkt und ehrlich, keine Schauspieler-Sprache, keine Hochglanz-Ästhetik, echte Mitarbeiter, echter Betrieb. Referenz: [Link zu einem Video, das gut gefällt]."
Was muss vorkommen? Was darf auf keinen Fall ins Bild? Beide Fragen sind gleich wichtig. Manche Betriebe haben Maschinen oder Prozesse, die aus Wettbewerbsgründen nicht gefilmt werden dürfen. Andere haben Bereiche, die gesperrt sind, weil dort Kunden schlafen, Patienten behandelt werden oder sicherheitsrelevante Informationen sichtbar sind. Das muss vor dem Drehtag bekannt sein. Wenn das Kamerateam erst vor Ort davon erfährt, kostet das Zeit und manchmal eine komplette Umplanung.
Beispiel-Eintrag: "Unbedingt: Montageteam bei der Arbeit, fertiges Kundenprojekt als Endergebnis. Nicht: Lager und Buchhaltungsbüro, keine Firmenfahrzeuge mit Kennzeichen."
Soll jemand sprechen oder zu sehen sein? Geschäftsführer, Mitarbeiter, Kunden? Haben die zugestimmt? Haben die jemals vor einer Kamera gestanden? Das ist keine Nebenfrage. Kameraerfahrene Personen planen sich anders ein als jemand, der das zum ersten Mal macht und vorher ein Coaching braucht. Wie viele Personen es sind, beeinflusst direkt, wie viel Zeit der Drehtag braucht. Wer mehr dazu lesen will: Niemand will vor die Kamera: was wirklich hilft.
Beispiel-Eintrag: "Geschäftsführer, ca. 50 Jahre, hat noch nie vor einer Kamera gesprochen. Zwei Monteure, die sich bereit erklärt haben. Keine Kunden geplant."
Wo wird gedreht? Betriebsgelände, Baustelle, Showroom, öffentlicher Raum? Gibt es Zugangsbeschränkungen oder Sicherheitsunterweisungen? Wie ist die Parksituation, steht Strom zur Verfügung? Das klingt nach Kleinkram. Ist es aber nicht: eine Sicherheitsunterweisung, die das Team nicht kannte und erst vor Ort absolviert, frisst eine Stunde Drehzeit. Jede Location, die nicht im Briefing stand, wird separat kalkuliert (film-produktion.tv, Kostentreiber Videoproduktion).
Beispiel-Eintrag: "Hauptstandort Werkshalle in [Stadt], Zufahrt ab 7 Uhr möglich, Sicherheitsunterweisung erforderlich, dauert ca. 30 Minuten. Parkplatz vorhanden. Zweiter Ort: Fertiggestelltes Kundenprojekt in [Ort, ca. 15 km entfernt], Absprache mit Kunden liegt vor."
Wann soll gedreht werden, wann muss das Ergebnis fertig sein? Gibt es eine harte Deadline, zum Beispiel eine Messe, ein Produktlaunch, eine Kampagne? Gibt es Zeitfenster, in denen der Betrieb nicht gestört werden kann? Ein Dreh in zwei Wochen erfordert andere Vorbereitung als einer in drei Monaten. Ohne feste Termine ist keine verlässliche Planung möglich, weder bei euch noch bei der Produktionsfirma.
Beispiel-Eintrag: "Wunschdrehtermin: Oktober 2026, flexibel innerhalb des Monats. Fertigstellung spätestens bis 15. November, danach startet die Website-Neustrukturierung. Keine Sperrzeiten bekannt."
Was gibt es bereits: Logo-Dateien, Hausfarben, Schriften, bestehende Intro-Animationen? In welchem Format? Wer ist der Ansprechpartner für Designfreigaben? Ohne diese Dateien kann der Cutter nach dem Dreh nicht direkt anfangen, sondern wartet auf Lieferung. Das ist kein Drama, aber es schiebt den Fertigstellungstermin nach hinten, manchmal um Tage.
Beispiel-Eintrag: "Logo als SVG und PNG vorhanden, Hausfarben Blau (#1a2f5e) und Weiß. Keine bestehenden Video-Assets. Schriften: Markenpdf wird nachgereicht. Ansprechpartner für Design: [Name, Kontakt]."
Habt ihr Vorstellungen zur Musik? Stimmung, Genre, Tempo? Oder lieber nur Atmo und Sprache, ohne Untermalung? Falls ihr einen bestimmten Song im Kopf habt: Ist der lizenzfrei, oder muss eine Lizenz erworben werden? Das ist keine unwichtige Frage. Bekannte Songs kosten je nach Reichweite und Laufzeit erheblich, manchmal so viel wie der gesamte restliche Produktionsaufwand. Zur rechtlichen Seite: Musik in Firmenvideos: Rechte und Lizenzen.
Beispiel-Eintrag: "Dezente Hintergrundmusik, ruhig, nicht zu verspielt. Kein Hip-Hop, kein Techno. Lizenzfreie Optionen sind in Ordnung, gerne Auswahl zur Freigabe vorlegen."
Wer gibt das fertige Video frei? Eine Person? Mehrere? Muss eine Rechts- oder Compliance-Abteilung drüber? Wie viele Korrekturschleifen sind realistisch eingeplant? Wenn drei Personen freigeben müssen und eine davon vier Wochen weg ist, verschiebt sich die Veröffentlichung. Das ist kein Vorwurf, nur eine Konsequenz. Wenn das Briefing dazu nichts sagt, geht die Produktionsfirma davon aus, dass eine Person entscheidet und nach einer bis zwei Runden fertig ist.
Beispiel-Eintrag: "Freigabe über Geschäftsführer und Marketingleitung, beide erreichbar. Eine Korrekturschleife geplant, danach final. Keine externe Compliance-Prüfung."
Viele Auftraggeber nennen das Budget ungern, weil sie befürchten, dass die Agentur es dann genau ausschöpft. Das passiert manchmal, aber das Gegenteil ist häufiger das Problem: Ohne Budgetrahmen entstehen Konzepte und Angebote für Projekte, die am Ende gar nicht finanzierbar sind. Wer 2.000 Euro hat, bekommt etwas anderes als wer 15.000 hat. Beides ist machbar, aber nicht mit denselben Mitteln (kgmediafactory.com, Video-Briefing mit Produktionsfirma).
Beispiel-Eintrag: "Bruttobudget ca. [X] Euro inklusive Konzept, Dreh und Schnitt. Post-Produktion und Musik noch nicht eingerechnet, gerne Empfehlung dazu."
Vier Felder fehlen in Briefings besonders häufig. Alle vier erzeugen Folgekosten, und keins davon ist technisch kompliziert auszufüllen.
Unklares Ziel. Das teuerste Problem, weil es das unsichtbarste ist. Wenn das Video kein klar benanntes Ziel hat, zieht sich diese Unklarheit durch Konzept, Schnitt und Feedback. Der Cutter weiß nicht, welche Szenen wichtig sind. Der Auftraggeber weiß nicht, was er freigeben soll. Überarbeitungsrunden entstehen dann nicht, weil das Video schlecht gemacht ist, sondern weil niemand sagen kann, wann es gut genug ist. Und der Moment, an dem das sichtbar wird? Erst wenn das fertige Video niemanden begeistert.
Kein Ansprechpartner vor Ort. Am Drehtag muss jemand da sein, der Entscheidungen treffen darf. Wer darf eine Szene freigeben oder ablehnen? Wer kennt den Betrieb so gut, dass er sagen kann, ob etwas im Bild fehlt oder falsch ist? Wenn am Drehtag niemand mit Entscheidungsbefugnis erreichbar ist, wartet das Team. Wartezeit kostet Geld, weil die Tageschnittkalkulation läuft, egal ob gedreht wird oder nicht. Zum Ablauf des Drehtages selbst gibt es mehr im Artikel zu Drehtag im Betrieb: was wirklich passiert.
Fehlende Zugangsinformationen. Parkplätze, die nicht existieren, bedeuten Schleppzeit für schweres Equipment. Etagen ohne Fahrstuhl plus Lichtkoffer bedeuten dasselbe. Sicherheitsunterweisungen, die niemand ankündigte, fressen manchmal eine Stunde Drehzeit, bevor eine einzige Szene im Kasten ist. All das sind Dinge, die eine Zeile im Briefing kosten.
Offener Freigabeprozess. Wenn nach dem Erstschnitt unklar ist, wer final entscheidet, entstehen Schleifen: drei Personen, drei Richtungen, widersprüchliches Feedback, Revisionen, die das vorherige Feedback wieder rückgängig machen. Das ist kein Produktionsproblem. Es ist ein Briefing-Problem. Eine Zeile mit dem Namen des Entscheiders und der geplanten Rundenanzahl erspart allen Beteiligten mehrere Stunden Arbeit.
Viele Produktionsfirmen setzen voraus, dass der Auftraggeber ein fertiges Dokument einreicht. Wir machen das anders.
Ihr könnt anrufen und sagen: "Wir wollen irgendetwas mit Video, wissen aber noch nicht viel mehr." Das reicht. Im Vorgespräch gehen wir die relevanten Punkte gemeinsam durch. Wir stellen die Fragen, weil wir wissen, was wir für eine realistische Planung brauchen. Ihr liefert die Antworten, weil ihr euren Betrieb kennt. Das Briefing entsteht im Gespräch, nicht davor.
Was ihr vorher kennen solltet: grob, was das Video leisten soll, für wen es gemacht ist, und ob es einen ungefähren Terminwunsch gibt. Den Rest klären wir. Wer unsicher ist, ob wir überhaupt die richtigen sind, findet im Artikel zur Auswahl des richtigen Videoproduzenten die Fragen, die ihr uns stellen solltet, bevor ihr irgendwas unterschreibt.
Wer einen ersten Imagefilm plant und noch gar nicht weiß, wo er anfangen soll: Schreibt kurz. Wir antworten konkret.
Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in euren Betrieb, egal wo in Deutschland ihr seid. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos: kurze Formate für Social Media, längere für die Website, Clips für Angebote und Bewerbungsgespräche. Das Briefing entsteht im Vorgespräch, ihr müsst nichts vorbereiten.
499 Euro pro Monat. Kein Setup-Aufwand, keine Vertragslaufzeit.
Unverbindlich kennenlernen →Quellen: filmpuls.info, "Checkliste für Kostenvoranschlag Imagefilm Auftraggeber", abgerufen September 2026 (filmpuls.info/briefing-imagefilm-checkliste/); kgmediafactory.com, "Das optimale Video-Briefing für eine Produktionsfirma", abgerufen September 2026 (kgmediafactory.com/wissen/video-briefing-mit-produktionsfirma); film-produktion.tv, "Videoproduktion Kosten: die 5 Treiber fürs Budget", abgerufen September 2026 (film-produktion.tv/videoproduktion-kosten-kostentreiber/); cutnochmal.de, "Top 5 Fehler in der Videoproduktion", abgerufen September 2026 (cutnochmal.de/blog/die-5-groessten-fehler-die-unternehmen-bei-der-videoproduktion-machen-und-wie-sie-diese-vermeiden-konnen).