Ratgeber · Anlass Saisongeschäft
Das Bundesnaturschutzgesetz enthält in Paragraf 39 eine Regel, die jeder Gartenbauer kennt und kaum ein Gartenbesitzer: Vom 1. März bis zum 30. September ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Erlaubt bleiben in dieser Zeit nur schonende Form- und Pflegeschnitte. Der kräftige Rückschnitt gehört also in die Monate von Oktober bis Februar, in genau die Zeit, in der auf vielen Gartenbaubetrieben wenig los ist.
Und wann denken die Leute darüber nach? Wer bei Google „Bäume fällen im“ eintippt, bekommt als Vorschläge „im Sommer“, „im Juli“, „im August“ und „im Juni erlaubt“ (eigene Abfrage der Google-Vorschläge am 01.10.2026). Die Nachfrage entsteht, wenn der Garten grün ist und die Hecke stört. Die Arbeit darf erst Monate später gemacht werden.
Das ist ein besonders deutliches Beispiel für ein Muster, das fast jeder Betrieb mit Saisongeschäft kennt: Die Kunden melden sich, wenn das Problem drückt, und nicht, wenn der Betrieb Zeit hat.
Weil Kunden sich melden, wenn das Problem spürbar wird: die Heizung im ersten kalten Monat, der Garten im Frühjahr. Der Bau kennt das so gut, dass es mit dem Saison-Kurzarbeitergeld ein eigenes Instrument für Arbeitsausfall von Dezember bis März gibt. Wer gegensteuern will, muss Kunden erreichen, bevor das Problem drückt.
Am stärksten ist ein sachlicher Vorteil für den Kunden selbst. Die Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt etwa den Fenstertausch im Sommer, weil dann keine Wärme verloren geht, und rät beim Heizungstausch, ihn zu planen, bevor die Anlage kaputtgeht. Manche Arbeiten sind sogar nur in einer bestimmten Zeit erlaubt.
Dass die Arbeit in dieser Zeit funktioniert und warum sie dann sogar besser passt. Viele Kunden sind unsicher, Google schlägt Suchanfragen wie „kann man Fenster einbauen im Winter“ vor. Ein kurzes Video aus einer echten Baustelle in dieser Jahreszeit beantwortet das glaubwürdiger als ein Absatz Text.
Mehrere Wochen bevor die ruhige Zeit beginnt, denn Kunden brauchen Vorlauf für Entscheidung, Angebot und Termin. Gedreht wird am besten in der Saison davor, wenn die Arbeit sichtbar ist. Wer erst im Januar anfängt, über Winterarbeiten zu reden, füllt bestenfalls den Februar.
Wie normal die Winterflaute ist, sieht man am Baugewerbe. Für Betriebe des Baugewerbes gibt es das Saison-Kurzarbeitergeld, das die Bundesagentur für Arbeit in der Schlechtwetterzeit vom 1. Dezember bis zum 31. März zahlt. Es greift bei Arbeitsausfall wegen der Witterung, aber auch bei Auftragsmangel in dieser Zeit. Das Ziel ist, dass Betriebe ihre Leute im Winter nicht entlassen müssen. Der Gesetzgeber hat also eingeplant, dass im Winter Aufträge fehlen.
Andere Gewerke haben ihre eigenen Kurven. Der Heizungsbauer hat im Spätherbst Hochbetrieb, wenn die erste Anlage nicht anspringt. Der Klimatechniker im ersten heißen Juni. Der Dachdecker nach dem ersten Sturm. Allen gemeinsam ist, dass der Kunde in der Hochsaison mit einem akuten Problem kommt und wenig Geduld hat. In der ruhigen Zeit dagegen hätte der Betrieb Zeit, Ruhe und oft auch freie Termine, aber kaum jemand fragt.
Nach unserer Beobachtung versuchen viele Betriebe, das Loch mit Rabatten zu füllen. Das kann funktionieren, kostet aber Marge und erzieht Kunden dazu, auf den Rabatt zu warten. Der bessere Hebel ist ein Grund, den der Kunde selbst einsieht.
Nicht jeder Auftrag lässt sich verschieben. Ein Wasserschaden wartet nicht auf die Nebensaison. Aber für viele planbare Arbeiten gibt es Gründe, die dem Kunden selbst nützen, und manche davon kommen von Stellen, denen er mehr glaubt als Ihnen.
Was in dieser Liste fehlt, ist das Argument „wir haben gerade Zeit“. Das stimmt zwar, interessiert den Kunden aber nicht. Er will wissen, was er davon hat.
Hinter vielen verschobenen Entscheidungen steckt eine schlichte Unsicherheit: Geht das überhaupt im Winter? Die Google-Vorschläge zeigen sie recht deutlich. Wer „Fenster einbauen im Winter“ eintippt, bekommt „kann man Fenster einbauen im Winter“ angeboten. Zu „Dach im Winter“ schlägt Google „sanieren“, „decken“, „dämmen“ und „neu decken“ vor, zu „Heizung tauschen im“ nur ein Wort: „Winter“ (eigene Abfrage am 01.10.2026). Hier suchen Menschen, die einen Auftrag zu vergeben haben und nicht wissen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist.
Diese Frage lässt sich mit Text beantworten, aber schlecht. „Wir arbeiten auch im Winter sauber und zügig“ steht auf jeder Website. Glaubwürdig wird es erst, wenn der Kunde sieht, wie es aussieht: wie das Haus beim Fenstertausch abgeklebt wird, wie lange die Wohnung wirklich offen ist, wie bei einem Heizungstausch die Übergangszeit überbrückt wird, wie eine Baustelle im Garten im Februar aussieht. Ein Video von zwei Minuten, aufgenommen auf einer echten Baustelle in genau dieser Jahreszeit, nimmt diese Sorge besser als jeder Absatz.
Dazu gehört Ehrlichkeit. Wenn eine Arbeit bei Frost tatsächlich nicht geht, sagen Sie es im selben Video. Ein Betrieb, der offen erklärt, was im Winter nicht sinnvoll ist, wird bei dem, was er empfiehlt, umso eher ernst genommen.
Der häufigste Fehler bei Saisonthemen ist, zu spät anzufangen. Wer im Januar merkt, dass das Auftragsbuch leer ist, und dann einen Beitrag über Winterarbeiten veröffentlicht, füllt bestenfalls den Februar. Kunden brauchen Vorlauf: Sie müssen auf die Idee kommen, ein Angebot einholen, es mit dem Partner besprechen, vielleicht Fördermittel prüfen.
Daraus folgt eine Reihenfolge, die zunächst widersinnig klingt. Gedreht wird in der Saison, also dann, wenn ohnehin am meisten zu tun ist, weil dann die Arbeit sichtbar ist. Veröffentlicht wird einige Wochen bevor die ruhige Zeit beginnt. Ein Gartenbauer zeigt den Heckenschnitt also nicht im Dezember, sondern erzählt im August und September, warum der Termin im November der richtige ist, und nimmt die Buchungen gleich an. Wer mit einem festen Drehtag pro Quartal arbeitet, kann das gut einplanen: Der Drehtag im Herbst liefert das Material für den Winter, der im Winter für den Sommer. Wie ein Dreh in der dunklen Jahreszeit praktisch läuft, steht im Beitrag Was machen wir im Winter, wenn es um vier Uhr dunkel ist?
Ein Hinweis zum Ton, weil Saisonvideos oft draußen entstehen: Wind ist der Feind jedes Mikrofons. Ein Statement auf dem Gerüst bei Böen klingt nach Rauschen, und wer das Rauschen hört, schaltet ab, bevor die Botschaft ankommt. Ein Fellschutz auf dem Mikrofon oder ein windgeschützter Platz hinter der Hauswand reicht meist. Und weil viele Videos ohne Ton laufen, gehören Untertitel dazu.
Die besten Kandidaten für einen Auftrag in der Nebensaison sind Kunden, die Sie schon haben. Wartungskunden, frühere Auftraggeber, Leute, die im Frühjahr ein Angebot bekommen und nicht unterschrieben haben. Ein kurzes Schreiben oder eine Mail mit dem Video und einem konkreten Terminangebot erreicht sie direkt. Wie sich WhatsApp dafür eignet, steht im Beitrag WhatsApp Business für Betriebe.
Für neue Kunden gehört das Video auf eine eigene Seite der Website, deren Überschrift die Frage aufgreift, die Leute tatsächlich stellen, also etwa „Kann man Fenster im Winter tauschen?“. Dazu als Beitrag ins Google-Unternehmensprofil und in die sozialen Kanäle, jeweils mit dem Hinweis, bis wann Termine in der ruhigen Zeit noch frei sind.
Die einfachste Kennzahl liegt im eigenen Auftragsbuch. Zählen Sie, wie viele Aufträge in den ruhigen Monaten ausgeführt wurden und wie viele davon schon vor Beginn der ruhigen Zeit gebucht waren. Vergleichen Sie das mit dem Vorjahr. Wenn die Zahl steigt und in den Anfragen die Frage aus dem Video auftaucht, wirkt es. Wenn nicht, war meist das Timing zu spät oder das Argument zu schwach.
Kunden melden sich, wenn das Problem drückt, und das ist selten die Zeit, in der Ihr Betrieb Luft hat. Rabatte füllen die Lücke nur teuer. Besser tragen Gründe, die dem Kunden selbst nützen: bessere Bedingungen für die Arbeit, Planung vor dem Notfall, kürzere Wartezeit. Viele Kunden wissen schlicht nicht, ob eine Arbeit im Winter geht. Ein kurzes Video von einer echten Baustelle in dieser Jahreszeit beantwortet das. Gedreht wird in der Saison davor, veröffentlicht einige Wochen bevor es ruhig wird.
Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos pro Monat: kurze Formate für Social Media, längere für die Website, Clips für genau die Anlässe, die in diesem Artikel vorkommen. Schnitt, Untertitel und alle Formatvarianten sind dabei.
499 Euro pro Monat. Keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.
Unverbindlich kennenlernen →Quellen: Bundesnaturschutzgesetz, § 39 Abs. 5 (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 01.10.2026) · Bundesagentur für Arbeit, „Saison-Kurzarbeitergeld beantragen“ (arbeitsagentur.de, abgerufen am 01.10.2026) · Bauprofessor, Lexikon „Saison-Kurzarbeitergeld“ (bauprofessor.de, abgerufen am 01.10.2026) · Verbraucherzentrale Bayern, „Fenster tauschen im Sommer“, Pressemitteilung vom 08.07.2025 (verbraucherzentrale-bayern.de, abgerufen am 01.10.2026) · Verbraucherzentrale, „Neue Heizung: Welche ist die Richtige?“, Stand 22.09.2026 (verbraucherzentrale.de, abgerufen am 01.10.2026) · Google-Suchvorschläge zu „Bäume fällen im“, „Fenster einbauen im Winter“, „Dach im Winter“ und „Heizung tauschen im“, eigene Abfrage am 01.10.2026