Ratgeber · September 2026 · Lesezeit 12 Minuten

Produktvideo erstellen lassen: Was es kostet und woran der Preis wirklich hängt

Es gibt eine Zahl in den Angeboten für Produktvideos, die fast immer falsch verstanden wird: die Länge. Kunden fragen nach einem Video von dreißig Sekunden und sind überrascht, dass es mehr kostet als eines von zwei Minuten. Der Grund ist banal, wird aber selten erklärt. Dieser Artikel schlüsselt auf, was Produktvideos 2026 wirklich kosten, welche vier Arten es gibt und welcher Posten den Preis tatsächlich treibt.

Kurz beantwortet

Was kostet ein Produktvideo?

Der Markt bewegt sich zwischen 800 und 15.000 Euro, je nach Art des Videos. Die Filmproduktion Rislinger nennt für 2026 eine Spanne von 1.500 bis 15.000 Euro, eigenart Filmproduktion schlüsselt genauer auf: 800 bis 2.500 Euro für ein 360-Grad-Video, 1.500 bis 4.000 Euro für eine Studioaufnahme vor weißem Hintergrund, 3.000 bis 8.000 Euro für einen Dreh vor Ort und 4.000 bis 15.000 Euro für 3D-Animation.

Warum kostet ein kurzes Produktvideo genauso viel wie ein langes?

Weil die Länge des fertigen Films kaum etwas kostet. Entscheidend sind Drehtage, Teamgröße, Aufwand in der Nachbearbeitung und die Nutzungsrechte. Ein Video von zwanzig Sekunden mit zwölf verschiedenen Einstellungen ist deutlich teurer als eines von zwei Minuten mit dreien, weil jede Einstellung neu aufgebaut, ausgeleuchtet und abgestimmt werden muss.

Studio oder Dreh vor Ort, was ist besser?

Das kommt darauf an, ob das Produkt für sich steht oder ob es einen Zusammenhang braucht. Ein Werkzeug, eine Verpackung oder ein Bauteil funktioniert im Studio vor neutralem Hintergrund, dort sieht man jedes Detail. Eine Maschine in Betrieb, ein Möbelstück im Raum oder ein Fahrzeug im Einsatz braucht die echte Umgebung, sonst fehlt der Maßstab.

Wann lohnt sich 3D-Animation statt echter Aufnahmen?

Wenn das Produkt noch nicht existiert, wenn man in sein Inneres schauen will oder wenn es in echt nicht vorführbar ist. Für alles, was man hinstellen und filmen kann, ist der echte Dreh meist günstiger und wirkt glaubwürdiger. Animation beginnt laut eigenart Filmproduktion bei 4.000 Euro und reicht bis 15.000 Euro.

Wie viele Produkte kann man an einem Drehtag filmen?

Bei Studioaufnahmen mit gleichbleibendem Aufbau sind zehn bis zwanzig Artikel an einem Tag realistisch, weil Licht und Kamera stehen bleiben und nur das Produkt gewechselt wird. Sobald jedes Produkt eine eigene Lichtsetzung braucht, sinkt die Zahl schnell auf eine Handvoll. Wer viele Artikel hat, sollte sie deshalb nach Größe und Material gruppieren.

Vier Arten von Produktvideo, vier Preisklassen

Der Begriff Produktvideo umfasst vier ziemlich verschiedene Dinge, die im Angebot leider oft gleich heißen. eigenart Filmproduktion hat sie für 2026 mit Preisen versehen, und die Aufstellung deckt sich mit dem, was im Markt üblich ist:

Die Filmproduktion Rislinger nennt als Gesamtspanne 1.500 bis 15.000 Euro und beschreibt als wirtschaftlich sinnvollsten Bereich für Onlinehändler 3.000 bis 5.500 Euro. Andere Anbieter setzen ihre Einstiegspreise deutlich unterschiedlich an: film-produktion.tv wirbt mit einem Festpreis ab 1.890 Euro, FIUMU nennt ab 4.500 Euro. Beides sind reale Marktpreise, sie beschreiben nur verschiedene Produkte.

Der Kostentreiber, den fast alle unterschätzen

Und jetzt zu der Sache mit der Länge. Rislinger formuliert es in einem Satz: Entscheidend sind Drehtage, Teamgröße, Postproduktionsaufwand und Nutzungsrechte, nicht die Filmlänge.

Das klingt nach einer Ausflucht, ist aber Arithmetik. Ein Produktvideo besteht aus Einstellungen. Jede einzelne muss aufgebaut, ausgeleuchtet, gefilmt und kontrolliert werden. Ob die fertige Einstellung im Film dann drei Sekunden oder acht Sekunden lang ist, kostet in der Herstellung praktisch nichts. Der Aufwand steckt im Aufbau, nicht in der Laufzeit.

Deshalb passiert regelmäßig Folgendes: Jemand bestellt ein Video von zwanzig Sekunden für Instagram und wundert sich über den Preis. In diesen zwanzig Sekunden stecken aber zwölf schnelle Schnitte, also zwölf Aufbauten. Ein ruhiger Film von zwei Minuten mit vier langen Einstellungen ist in der Herstellung günstiger.

Die praktische Konsequenz für dein Briefing: Sag nicht, wie lang der Film werden soll. Sag, was zu sehen sein muss. Aus der Liste der nötigen Einstellungen ergibt sich der Preis, aus dem Preis dann die sinnvolle Länge. Wie so ein Briefing aussieht, steht in unserer Video-Briefing-Vorlage.

Warum Nutzungsrechte im Angebot stehen

Der zweite Posten, der Preise auseinandertreibt und den man selten hinterfragt, sind die Nutzungsrechte. Ein Video, das du auf deiner Website zeigst, ist etwas anderes als eines, das du als bezahlte Anzeige über Meta und Google ausspielst, und das wiederum etwas anderes als eines, das im Fernsehen läuft.

Viele Anbieter kalkulieren die Rechte getrennt, nach Dauer, Gebiet und Kanal. Das ist branchenüblich und legitim, wird aber gern übersehen. Zwei Angebote mit derselben Zahl können sich darin unterscheiden, dass das eine nur die eigene Website abdeckt und das andere alles.

Die Frage gehört deshalb in jedes Angebotsgespräch: Was darf ich mit dem Material machen, wie lange, und was kostet es, das später zu erweitern? Sieben weitere Fragen, die vor einer Beauftragung sinnvoll sind, stehen im Artikel Videoproduzent auswählen.

Wie viele Produkte an einem Tag

Für Betriebe mit vielen Artikeln ist das die eigentlich wichtige Frage, weil sie den Preis pro Produkt bestimmt.

Bei gleichbleibendem Aufbau geht viel. Wenn zwanzig Artikel dieselbe Größe und ein ähnliches Material haben, bleiben Licht und Kamera stehen und es wird nur getauscht. Dann sind zehn bis zwanzig Produkte an einem Tag realistisch, und der Preis pro Artikel fällt entsprechend.

Sobald sich Größe oder Material stark unterscheiden, ist damit Schluss. Etwas Mattes und etwas Hochglänzendes brauchen unterschiedliches Licht, ein Bauteil in der Hand und eine Maschine auf Paletten unterschiedliche Kameraabstände. Jeder Wechsel kostet Zeit, und Zeit ist der Preis.

Wer viele Artikel filmen lassen will, sortiert sie deshalb vorher: nach Größe, nach Oberfläche, nach Aufbau. Diese halbe Stunde Vorarbeit spart am Drehtag oft mehr, als sie kostet.

Wo das Video am Ende laufen soll

Ein Punkt, der im Angebot selten steht und hinterher Ärger macht: Für welchen Ort ist das Video gedacht? Die Antwort verändert die Produktion, nicht nur den Schnitt.

Ein Produktvideo für die Detailseite im Onlineshop wird meist ohne Ton geschaut, läuft in einer Schleife und muss in den ersten zwei Sekunden zeigen, worum es geht. Ein Video für eine bezahlte Anzeige bei Meta braucht Hochformat und funktioniert nur mit Text im Bild. Ein Video für die Messe läuft auf einem großen Schirm, ohne Ton, in Dauerschleife und ohne dass jemand von Anfang an zusieht.

Das sind drei verschiedene Filme, auch wenn dasselbe Produkt zu sehen ist. Wer alle drei will, sagt das vorher, dann wird am Drehtag entsprechend gedreht und der Schnitt liefert drei Fassungen. Wer es hinterher sagt, zahlt einen zweiten Schnitt, manchmal einen zweiten Dreh, weil im Querformat gedreht wurde und für Hochformat der Platz oben und unten fehlt.

Die technischen Vorgaben der Plattformen ändern sich regelmäßig. Für Meta haben wir sie im Artikel zu Meta Ads Videoformaten zusammengetragen, die passende Länge je Kanal steht im Artikel zur Reel-Länge.

Ein ehrliches Wort zur Animation

3D-Animation ist die teuerste Variante und wird trotzdem häufig gewählt, weil sie modern wirkt. In vielen Fällen ist sie die falsche Entscheidung.

Sinnvoll ist sie, wenn es nichts zu filmen gibt: Das Produkt ist noch in Entwicklung, das Interessante passiert im Inneren, oder der Vorgang lässt sich nicht vorführen. Dafür gibt es keine Alternative.

Unsinnig wird es, wenn ein vorhandenes, greifbares Produkt am Rechner nachgebaut wird. Dann zahlt man vier- bis fünfstellig dafür, dass etwas künstlich aussieht, das man in echt hätte hinstellen können. Dieselbe Abwägung gilt bei Erklärvideos, wir haben sie im Artikel zu Erklärvideo-Kosten ausführlicher aufgeschrieben.

Was das bei uns kostet

Wir drehen Produktvideos vor Ort, nicht im Studio, weil bei unseren Kunden das Produkt dort steht: in der Halle, in der Werkstatt, auf dem Hof. Für ein Bauteil auf weißem Hintergrund sind wir nicht die richtigen, für eine Maschine in Betrieb schon.

Preislich läuft das über den Kostenrechner. Du klickst Länge, Anzahl der Interviewpartner, Drehorte, Entfernung und Qualitätsstufe durch und bekommst sofort eine Zahl, ohne Anmeldung und ohne etwas abzuschicken. Gerechnet wird mit denselben Tagessätzen, die offen auf der Seite stehen. Für kleine Produktionen gibt es einen Festpreis von 990 Euro für einen fertigen Film bis zu einer Minute.

Wenn du regelmäßig Material brauchst, statt einmal ein Video, entsteht beides am selben Drehtag. Dann ist das Monatspaket die günstigere Rechnung.

Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos: Produkte in Bewegung, Abläufe, kurze Formate für Social Media und längere für die Website. Schnitt, Untertitel, alle Formatvarianten: alles dabei.

499 Euro pro Monat. Keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.

Unverbindlich kennenlernen →

Quellen: eigenart Filmproduktion, "Produktvideo Kosten 2026: Preise und Formate im Überblick" (eigenart-filmproduktion.de/produktvideo-kosten-2026, abgerufen September 2026), Preisspannen für 360-Grad-, Studio-, On-Location- und Animationsvideos; Rislinger, "Produktvideo Preis 2026: Kosten von 1.500 bis 15.000 Euro" (rislinger.de/blog/produktvideo-kosten, abgerufen September 2026), Gesamtspanne, Aussage zu Drehtagen, Teamgröße, Postproduktion und Nutzungsrechten als Preistreiber sowie der Bereich 3.000 bis 5.500 Euro für Onlinehandel; film-produktion.tv, "Produktvideo Kosten 2026, Preise ab 1.890 Euro" (abgerufen September 2026); FIUMU, "Produktvideo erstellen lassen ab 4.500 Euro" (fiumu.de/produktvideo, abgerufen September 2026); FUTRIZE, "Videoproduktion Kosten 2026: Preise pro Format" (abgerufen September 2026). Die genannten Preise sind Marktangaben der jeweiligen Anbieter, keine verbindlichen Angebote.