Ratgeber · Oktober 2026 · Lesezeit 9 Minuten
Wer auf einer Firmenwebsite nichts findet, was er sucht, hat in der Studie der Nielsen Norman Group einen Satz gesagt, der Betrieben zu denken geben sollte: „At this point, I’d just Google it.“ Der Besucher gibt auf und fragt Google, wer Sie sind. Die Über-uns-Seite ist der Ort, an dem das passiert oder eben nicht. Dieser Artikel zeigt, was Besucher dort tatsächlich suchen, was hineingehört, welche Fehler Vertrauen kosten und wo ein kurzes Teamvideo hilft.
Wer Sie sind, was Sie tun, für wen, und die Gesichter dahinter. Die Nielsen Norman Group fand 2019 in Tests mit über 70 Nutzern, dass Besucher Zweck, Standort, Kontaktwege und Team suchen. Dazu gehören echte Fotos von Ihren Leuten bei der Arbeit und eine Telefonnummer, die ohne Suchen auffindbar ist. Firmenhistorie und Leitbild sind nachrangig.
Stockfotos, Textwände und Floskeln. Die Nielsen Norman Group nennt in ihrer Studie unter anderem Stockfotografie, Textwände und fehlende Vertrauenssignale als Faktoren, die die Zufriedenheit senken. Auch Beschreibungen wie „innovativ“ und „kundenorientiert“ schaden, weil sie auf tausend Mitbewerber passen und nichts über Ihren Betrieb verraten.
Nein, aber ein kurzes Teamvideo kann leisten, was Text nicht schafft: Besucher hören, wie Ihre Leute sprechen, und sehen, wie Sie arbeiten. Eine Zahl, die das belegt, gibt es nach unserer Recherche nicht. Es ist unsere Einschätzung: Ein Video ersetzt weder Fotos noch Kontaktdaten, sondern ergänzt sie, und es lohnt sich, wenn Ihre Leute vor der Kamera natürlich wirken.
60 bis 90 Sekunden genügen. Wer die Seite öffnet, will Sie kennenlernen und nicht den ganzen Betrieb erklärt bekommen. Das ist eine Erfahrungsregel von uns, keine Studienzahl. Ein längerer Film lohnt erst, wenn er etwas anderes leistet, etwa die Betriebsgeschichte bei einer Übergabe zu erzählen.
Eine Behauptung vorweg, die man oft liest: Die Über-uns-Seite sei nach der Startseite die meistbesuchte Seite. Wir haben dafür keine saubere Quelle gefunden, und bei Ihrem Betrieb kann es anders sein. Das lässt sich aber in zwei Minuten klären. In Ihrer Statistik steht, wie oft die Seite aufgerufen wird, und in den Anfragen steht, ob die Leute Sie danach anrufen. Wenn sie selten besucht wird, ist das ein Hinweis, dass der Link im Menü falsch heißt oder zu weit hinten sitzt.
Sicher ist etwas anderes. Die Nielsen Norman Group, eine der bekanntesten Forschungsstellen für Nutzerfreundlichkeit, hat 2019 zusammengefasst, was sie bei über 70 Testpersonen auf rund 100 Unternehmenswebsites beobachtet hat (Nielsen Norman Group, „About Us Information on Corporate Websites“, 2019). Die Teilnehmer suchten dort Zweck und Auftrag der Firma, den Standort, Kontaktwege vom Telefon bis zur Adresse, Angaben zu Führung und Team sowie Geschichte und Werte. Ein Teilnehmer beschrieb sein Vorgehen so: Er schaue sich an, was die Firma tut, wer ihre Kunden sind und wie sie ihre Produkte beschreibe. Und er achte auf „the vibe and feel“.
Die Studie lief überwiegend in den USA, mit einzelnen Sitzungen in Hongkong, und betraf Unternehmenswebsites aller Größen. Dass sich ein Kunde in Neusäß oder Buxtehude völlig anders verhält, ist unwahrscheinlich. Es ist aber unsere Einschätzung und kein Messergebnis. Die Kernaussage passt zu dem, was wir bei Betrieben sehen: Besucher lesen die Seite nicht wie einen Prospekt, sie suchen darauf nach Gesichtern.
Wer einen Handwerker, einen Zulieferer oder einen Dienstleister sucht, entscheidet nicht nur nach Preis und Referenz. Er entscheidet auch, ob er diesen Menschen in sein Haus, in seine Halle oder seinen Betrieb lässt. Das ist der Kern. Die Über-uns-Seite beantwortet drei Fragen, in dieser Reihenfolge.
Erstens: Wer seid ihr und was macht ihr? Die Nielsen Norman Group schreibt dazu, Nutzer wollten sofort wissen, wer Sie sind, was Sie tun und warum es Sie gibt (Nielsen Norman Group, „Great Summaries on ‘About Us’ Pages Engage Users and Build Trust“). Wer den Besucher erst durch drei Klicks schickt, verliert ihn. Ein Satz, der Betrieb, Ort und Leistung nennt, gehört nach ganz oben.
Zweitens: Gibt es euch wirklich? Das Stanford Web Credibility Project hat über Jahre untersucht, woran Menschen die Glaubwürdigkeit von Websites festmachen, und daraus Richtlinien abgeleitet. Zwei davon gehören hierher: „Show that there’s a real organization behind your site“ und „Show that honest and trustworthy people stand behind your site“ (Stanford Web Credibility Project, Guidelines). Konkret heißt das: Adresse, Büro oder Werkstatt im Bild, Menschen mit Namen. Eine Richtlinie weiter steht der Satz „Make it easy to contact you“.
Drittens: Wie erreiche ich euch, ohne zu suchen? Dass Kontaktdaten auf eine Über-uns-Seite gehören, klingt banal. Die Nielsen Norman Group zählt sie trotzdem zu den Dingen, die Nutzer dort ausdrücklich suchen. Eine Seite mit schönem Teamfoto, aber ohne Telefonnummer, schickt den interessierten Kunden wieder zurück zu Google.
Die meisten Über-uns-Seiten beginnen mit dem Gründungsjahr. „1987 gründete Herr X in seiner Garage…“ Das ist nicht falsch, aber es ist die letzte Frage, die ein Besucher hat. In der NN/G-Aufzählung steht die Geschichte am Ende der Dinge, die Nutzer suchen. Das ist unsere Lesart der Reihenfolge, keine gemessene Rangfolge.
Menschen beantworten dagegen die Frage, die Besucher wirklich haben. Die Nielsen Norman Group nennt in derselben Zusammenfassung als positive Faktoren eine saubere, authentische Gestaltung und realistische Bilder von Mitarbeitern und Produkten. Eine Seite über die Führung ohne Fotos wirkt laut den Autoren unpersönlich und unfreundlich (Great Summaries). Für Dienstleister ist ein zweiter Befund wichtiger: In einem Beitrag über vertrauenswürdiges Webdesign empfiehlt Aurora Harley, bei Services nicht nur das Endergebnis zu zeigen, sondern den Prozess und die Menschen, die die Arbeit tun (Nielsen Norman Group, „Trustworthiness in Web Design“, 2016). Allgemeine Bilder von Endergebnissen würden eher als Füllmaterial gelesen und übersehen.
Das ist für Betriebe die gute Nachricht. Sie haben, was kein Stockfoto liefert: echte Menschen an einem echten Ort bei echter Arbeit.
Ein reales Beispiel, das wir uns angesehen haben, ist die Über-uns-Seite der Demele Holz- und Dachbau GmbH aus Calbe (demeledach.de/ueber-uns, abgerufen am 12.10.2026). Das Unternehmen deckt Dächer und baut mit Holz, 1995 gegründet, Familienbetrieb. Auf der Seite stehen elf Menschen mit Foto und Funktion, darunter drei Meister und drei Auszubildende, dazu eine Galerie vom Arbeiten auf der Baustelle. Die Startseite nennt zudem Telefonnummer, E-Mail und Adresse, und der Text bleibt kurz und im eigenen Ton: „Demele bleibt Demele. Immer.“
Wir kennen den Betrieb nicht und wissen nicht, wie viele Anfragen die Seite bringt. Als Beispiel taugt sie trotzdem, weil sie das Muster zeigt: Menschen zuerst, Arbeit im Bild, Kontakt greifbar. Dass dort Auszubildende ebenso stehen wie der Chef, ist für Bewerber ein Signal, das sich in keiner Stellenanzeige ersetzen lässt (zu diesem Gedanken mehr in unserem Artikel über Mitarbeitergewinnung per Video).
Aus den genannten Quellen und unserer Erfahrung mit Betrieben ergibt sich eine einfache Struktur. Die Reihenfolge der Punkte ist unsere Empfehlung.
Wie Sie Kundenstimmen als Beweis einsetzen, steht im Artikel Kundenstimmen als Video. Und wenn Ihre Website insgesamt zu wenig Anfragen bringt, gehört die Über-uns-Seite zu den ersten Stellen, die Sie prüfen (Unsere Website bringt keine Anfragen: Was tun?).
Die Nielsen Norman Group listet als Faktoren, die die Zufriedenheit der Testpersonen senkten: komplizierte Navigation, schwer auffindbare Kerninformationen, Stockfotografie, Textwände ohne Weißraum, schlechte Lesbarkeit, fehlende Vertrauenssignale und Seiten, die auf dem Handy nicht funktionieren. Übersetzt auf Betriebe sind es vor allem vier Dinge.
Der Lebenslauf. Gründungsjahr, Meilensteine, Zertifikate in chronologischer Liste. Das beantwortet keine Frage des Besuchers. Erzählen Sie lieber, was Sie heute tun und für wen, und verschieben Sie die Chronik an das Ende.
Die Floskel. Die Nielsen Norman Group warnt vor Marketingsprache wie „revolutionary“, die eher verwirrt als überzeugt, und vor Beschreibungen, die auf tausend Wettbewerber passen (Great Summaries). „Wir sind ein innovatives, kundenorientiertes Unternehmen“ ist so ein Satz. Ein Satz wie „Wir tauschen Heizungen in Mehrfamilienhäusern aus, ohne dass die Mieter ein Wochenende ohne Warmwasser sitzen“ ist es nicht.
Das Stockfoto. Lächelnde Menschen im Anzug, die an einem Besprechungstisch zeigen, was man mit Laptop und Kaffee alles erreichen kann. Das fällt auf, weil es nicht zu Ihnen passt.
Der versteckte Kontakt. Telefonnummer im Impressum, Formular auf einer anderen Seite. Wenn der Besucher dreimal klicken muss, tut er es nicht. Dass der Kontakt gut sichtbar sein soll, steht übrigens schon bei Stanford und in der NN/G-Empfehlung zu Vertrauensfaktoren.
Wer gar keine eigene Website hat, steht vor einer anderen Frage. Die klären wir im Artikel Reichen Google-Profil und Empfehlungen?.
Zur Wirkung von Video auf Über-uns-Seiten haben wir keine belastbare Zahl gefunden. Die NN/G-Studie behandelt Bild und Video, nennt in der frei zugänglichen Zusammenfassung aber keine Ergebnisse dazu. Was jetzt folgt, ist darum unsere Einschätzung aus der Arbeit mit Betrieben und kein Studienergebnis.
Ein Foto zeigt, wie jemand aussieht. Ein Video zeigt, wie er spricht, wie er mit einem Werkzeug umgeht und ob ein Team miteinander lacht. Gerade bei Betrieben, bei denen der Besucher jemanden in sein Haus lässt, ist das die Information, die ein Foto nicht liefert. Ein Teamvideo von 60 bis 90 Sekunden kann deshalb mehr leisten als drei Absätze Text: Der Chef sagt in zwei Sätzen, was der Betrieb macht. Zwei oder drei Mitarbeiter erzählen kurz, woran sie gerade arbeiten. Dazwischen laufen Bilder aus der Werkstatt oder von der Baustelle.
Zwei Bedingungen sind wichtig. Erstens muss es echt sein: Dieselben Leute, dieselben Räume, dieselbe Sprache wie im Alltag. Wie man Mitarbeiter vor die Kamera bringt, ohne dass sie steif werden, steht in Unsere Leute sollen im Video sprechen. Wie wird das gut?. Zweitens braucht jeder Gezeigte seine Einwilligung. Was dabei zu beachten ist, steht in Video-Content und DSGVO.
Das Video ersetzt die Seite nicht. Es steht oben, direkt unter dem Einstiegssatz, und darunter bleiben Fotos, Namen und die Telefonnummer. Wer die Seite ohne Ton liest, soll nichts verpassen. Mehr dazu, wie ein Unternehmensvideo aufgebaut sein muss, steht im Artikel Wie stellen wir unsere Firma in einem Video vor?. Dort geht es um das Video selbst. Hier geht es darum, wohin es auf der Seite gehört.
Wenn Sie größere Filmprojekte erwägen, finden Sie unter Imagefilm unser Angebot und im Kostenrechner eine Orientierung. Ein Teamvideo für die Über-uns-Seite ist davon unabhängig und braucht keinen Imagefilm.
Öffnen Sie Ihre Über-uns-Seite auf dem Handy und stellen Sie sich vor, Sie wären ein Kunde, der Sie nicht kennt. Zählen Sie die Gesichter. Suchen Sie die Telefonnummer. Lesen Sie den ersten Satz laut. Wenn er auch bei einem Mitbewerber stehen könnte, ist er zu glatt. Fotografieren Sie am nächsten Arbeitstag Ihre Leute bei der Arbeit, mit deren Einverständnis. Das kostet einen Vormittag und liefert mehr als jede neue Formulierung.
Kunden fragen sich vor dem Anruf, wer diese Leute sind. Die Über-uns-Seite sollte darauf antworten, und zwar mit Gesichtern.
Starkefilme kommt einmal pro Quartal für einen Drehtag in deinen Betrieb, egal wo in Deutschland du bist. Aus einem Drehtag entstehen acht bis zehn fertige Videos, darunter ein Teamvideo für Ihre Über-uns-Seite, kurze Clips für Social Media und Material für Angebote und Kundengespräche. Einwilligungsvorlagen, Schnitt, Untertitel, alle Formatvarianten: alles dabei.
499 Euro pro Monat. Kein Drehtag ohne Vorbereitung, keine Vertragslaufzeit, kein Setup-Aufwand.
Unverbindlich kennenlernen →Hinweis: Dieser Artikel ist sorgfältig recherchiert und mit Quellen belegt, er ist aber keine Rechtsberatung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität können wir keine Gewähr übernehmen, und wir haften nicht für Entscheidungen, die Sie auf dieser Grundlage treffen. Fotos und Videos von Mitarbeitern setzen deren Einwilligung voraus. Im Zweifel gehört die Bewertung in anwaltliche Hände.
Quellen: Nielsen Norman Group, "'About Us' Information on Corporate Websites: User Research Findings" (26.05.2019, nngroup.com/articles/about-us-information-on-websites/); Nielsen Norman Group, "Great Summaries on 'About Us' Pages Engage Users and Build Trust" (nngroup.com/articles/about-us-summaries/); Nielsen Norman Group, Aurora Harley, "Trustworthiness in Web Design: 4 Credibility Factors" (08.05.2016, nngroup.com/articles/trustworthy-design/); Stanford Web Credibility Project, "Guidelines" (credibility.stanford.edu/guidelines/); Demele Holz- und Dachbau GmbH, Seite "Über uns" (demeledach.de/ueber-uns, abgerufen 12.10.2026). Alle Angaben abgerufen im Oktober 2026.